Sachma!

 

Writer at WorkHier stehen Rezensionen von Die Abtaucher, Die Abräumer. und jetzt auch von Die Abdreher. Falls Sie irgendwo eine sehen, die ich vielleicht noch nicht kenne, freue ich mich über jeden Hinweis. Oder Sie wollen selbst eine verfassen? Dann schicken Sie mir bitte eine E-Mail an: info@Thomas-Schweres.de. Falls der Inhalt nicht rassistisch oder beleidigend ist, stelle ich sie auch hier ein.

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Die Volontäre der Westcom Academy haben einen kleinen Film über ‚Die Abdreher‘ produziert, der sich sehen lassen kann:

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Sat1 NRW 17.03.2017

Stau-Experiment

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Sat1 NRW 16.03.2017

Buch sagt dem Stau den Kampf an

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Hier der link zu einem Film über ‚Die Abbieger‘, der bei RTL West am 27.02.17 gelaufen ist.

http://www.rtl-west.de/beitrag/artikel/schweres-buch/

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Aus: www.Revierpassagen.de

„Die Abbieger“ – Thomas Schweres hat den Ruhrgebiets-Krimi zur Stauschau geschrieben

„Und nun die Stauschau. Wir melden alles ab 7 Kilometern“. Keine Seltenheit, diese Ansage. Als Autofahrer ist man da schon dankbar, wenn man auf der A 2 im Stau steht. Muss man sich nicht die ganzen (trotz der Beschränkung auf 7 km immer noch epischen) Verkehrsnachrichten anhören. Kein Geheimnis, dass dies schon fast der Normalzustand auf den Straßen des Ruhrgebiets ist. Bringt wohl so ziemlich jeden Autofahrer an den Rand des Nervenzusammenbruchs.

Klaus-Werner Lippermann, der Anti-Held in Thomas Schweres‘ neuem Krimi „Die Abbieger“, kann es nicht mehr ertragen. Alles war so schön in seinem Leben. Mama Elfriede wusch zuverlässig seine weißen Socken und sorgte auch sonst im gemeinsam bewohnten Zechenhaus für Ordnung. Den Feierabend verbrachte er im Schrebergarten mit den preisgekrönten Kaninchen Molly und Whitey und solange man ihn dort in Ruhe ließ, ließ er auch die anderen in Ruhe.

Ein Kaninchenmörder geht um

Ihm doch egal, wieso Familie Yüksel soviel Strom für ihr Gewächshaus braucht, dass sie dort Tag und Nacht in die Pedale der aufgestellten Trimmräder treten. Umweltfreundlich ist diese Stromerzeugung ja und der Rest ging ihn auch nichts an. Nur diese dauernden Staus auf der A 40, die er nach Verlagerung seines Arbeitsplatzes in Kauf nehmen muss – unzumutbar ist das. Wieviel Lebenszeit diese unfähige Behörde Strassen.NRW ihm raubt!

Doch dann ändert sich alles. Ein Kaninchenmörder geht um, auch Molly und Whitey fallen ihm zum Opfer. Klausi sieht keinen Sinn mehr in seinem Leben und heiraten will er auch nicht, da kann Elfriede noch so verzweifelt kuppeln. Stattdessen schmiedet er Rachepläne, während er zur Untätigkeit verdammt am Steuer seines getreuen VW Jetta sitzt.

Verlorene Lebenszeit auf der A 40

Ganz genau hat er es sich ausgerechnet: 352 Stunden waren es noch zu Lebzeiten von Molly und Whitey selig, die er unfreiwillig auf der im Volksmund Ruhrschleichweg genannten A 40 verbracht hat. 14 Tage und 16 Stunden, die er nicht mit seinen geliebten Karnickeln hat verbringen können. Und Schuld daran war – ganz genau – Straßen.NRW. Diese Fehlplanungen. Baustellen, die eingerichtet, aber nicht bearbeitet werden. Diese unsinnigen Zuflussregelungsampeln, die nur Rückstaus verursachen und dann noch die Radarfallen und Geschwindigkeitsbegrenzungen, die nur der Befüllung der Stadtsäckel dienen. Und da die A 40 jede Menge Städte durchschneidet, gibt es entsprechend viele davon.

Klausi ist es leid, er braucht einen Befreiungsschlag. Genug ist genug. Zunächst einmal weiht er seinen besten, weil einzigen Freund Alfred Kruppel ein, einen bierseligen Schrotti, der genau an der A 40 wohnt. Kruppel ist Feuer und Flamme und beginnt sofort mit der logistischen Planung…

Wo der Manager Möhrchen knabbert

Die beiden entführen Dr. Weissfeld, den Chef von Strassen.NRW. Soll der jetzt mal sehen, wie das so ist mit den Murmeltiertagen im Stau. Sie halten ihn mit einer säurebefüllten grünen Wasserpistole in Schach, so dass dem armen, nur mit rudimentären Fahrkünsten begabten Manager nichts anderes übrig bleibt, als tagsüber Klausi und Kruppel durch die Staus zu chauffieren und nachts im alten Kaninchenstall an Möhren zu knabbern.

Die Forderung der Erpresser geht beim schon alarmierten Kommissar Schüppe ein: läppische 55.000 Öcken will man haben. Das Geld ist für Kruppel, Klausi ist da eher idealistisch unterwegs, auf sein Konto gehen die restlichen Forderungen, die es durchaus in sich haben: Man verlangt die Aufklärung der Kaninchenmorde und die Auflösung der Staus durch diverse von Klausi höchstselbst ausgearbeitete Maßnahmen. Alles muss in der Presse verkündet und als Verdienst des ausgedachten TuS-V (Tierfreunde und Staugegner – vereinigt) deklariert werden. Schnell gewinnt der TUS-V eine beachtliche Fangemeinde, das halbe Ruhrgebiet will in den Verein eintreten.

Schüppe und seinen Mannen ist klar, sie müssen handeln und diesen Fall aufklären, bevor das Ganze vollends außer Kontrolle gerät. Auch der Spürnase Tom Balzack, dem kriminalistisch begabten Reporter ist schnell klar, dass hinter den erstaunlichen Zeitungsmeldungen – die er durchaus erfreut begrüßt – mehr stecken muss. Undenkbar, dass Strassen.NRW plötzlich Einsicht zeigt. Balzack kann sich ja vieles vorstellen, aber das nun wirklich nicht.

Es droht die Autobahnmaut als Standgebühr

Unschwer vorstellen kann man sich hingegen, dass Thomas Schweres mit dem Thema seines schon vierten Krimis um den knorrigen Kommissar Schüppe und den umtriebigen Balzack einen Nerv trifft. Nicht nur Klausi hat wohl das Gefühl, dass die Politik den „Straßenbau als Ersatzdisziplinierungsmöglichkeit“ entdeckt hat und dass die drohende „Autobahnmaut im Ruhrgebiet wohl eher so eine Standgebühr“ sein wird. Man glaubt sofort, dass ein Verein wie der TuS-V schnell begeisterte Anhänger finden würde. Thomas Schweres hat wahrscheinlich in seinem Hauptberuf als oft genug nicht rasen könnender Reporter im Ruhrpott viel Zeit im Dauerstau verbracht.

Schweres benutzt für seine „Stellvertreter-Rache“ das Genre des Krimis, aber „Die Abbieger“ unterscheiden sich erheblich von ihren Vorgängern. Nicht nur, dass man Täter und Motive von Anfang an kennt und eher ihre Verstrickungen sowie die Aufklärungsversuche verfolgt, als mitzurätseln, auch der Stil ist ein anderer. Waren die Vorgänger noch eher Thriller als Krimi, so lesen sich „Die Abbieger“ in weiten Teilen als Satire. Wäre das Buch ein Tatort, dann wäre es mehr Tatort Münster als Tatort Dortmund. Spannung kommt so natürlich selten auf, aber die Lektüre ist kurzweilig und wirklich witzig.

Machte Schweres sonst gerne ein großes Fass auf und brach das kriminelle Weltgeschehen auf das Ruhrgebiet runter, bleibt er diesmal ganz in seinem Revier. Mehr als sonst leben „Die Abbieger“ vom Ruhrgebiet-Kolorit, schon das vorgeschaltete Personenregister ist voller gewollter Klischees. Der heimliche Star des Buches ist Mutter Elfriede, die als echte Ruhrpott-Zechenmutter daherkommt, eine Kreuzung aus Tana Schanzara und Else Stratmann.

 

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Hier ein Interview mit mir in der April-Ausgabe von  ‚Die Srtadtzeitung Wuppertal‘

Abbieger Interview Stadtzeitung___________________________________________________________________

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51XgkdMs0nL._SX301_BO1,204,203,200_Alles „komplett ausgedacht“, aber wie

(JF) Klaus-Werner Lippermann ist 42 Jahre alt und wohnt noch bei Muttern. Seine Arbeit als Buchhalter im Rechnungswesen von Thyssen-Krupp verrichtet er zuverlässig und gewissenhaft. Die Freizeit verbringt der Junggeselle am liebsten in der Kleingartenanlage Emscherglück. Dort nämlich sind seine Stallhasen Whitey und Molly zuhause. Gerne würde er ihnen noch mehr Zeit widmen, doch leider führt sein Weg ins Büro über die meistbefahrenen Autobahnen des Ruhrgebiets. „Vom 2. Juli 2012 bis zum 6. Juni 2016“, weiß der Buchhalter, hat er „352 Stunden im Stau gestanden.“ 209 davon „völlig sinn- und eigentlich grundlos“. Das sind „acht komplette Tage und neun volle Stunden“ auf der A40. Lippermann ist ein guter Rechner. Und eine tickende Zeitbombe. Es braucht nur den richtigen Auslöser.

Der lässt nicht lange auf sich warten. Als der Tierliebhaber eines Tages die grausam zugerichteten Leichen seiner Kaninchen im Kleingarten findet, ist es soweit. Sich an dem vermutlich psychisch derangierten Tierquäler, der Whitey und Molly die Kehlen durchtrennt hat, zu rächen, scheint unmöglich. Also muss derjenige dran glauben, dessen berufliche Unfähigkeit dafür verantwortlich ist, dass Lippermann ganze Tage, die er mit den Kaninchen hätte verbringen können, auf der A40 festsaß. Und das ist Dr. Rainer Weissfeldt, Chef von Straßen.NRW, der für die Autobahnen zuständigen Landesbehörde.

So wird ein harmloser Buchhalter zum Verbrecher, sogar zu einem, dessen Tat zwei Menschen das Leben kosten wird. Gemeinsam mit seinem Komplizen, dem Frührentner Alfred „Freddy“ Kruppel, entführt der traumatisierte Amateurkriminelle den Behördenleiter und sperrt ihn in einen Kaninchenstall. Heraus darf er nur, um gemeinsam mit Lippermann täglich von Dortmund nach Duisburg und zurück zu fahren. Damit er am eigenen Leibe erfährt, so die Idee, was seine Behörde alles anrichtet.

Diese didaktisch motivierten Touren gehören zu den lehrreichen Kapiteln in Thomas Schweres Krimisatire „Die Abbieger“. Wir erfahren, warum auf manchen Baustellen wochenlang nicht gearbeitet wird, erhalten detaillierte Informationen über unsinnige „Betongleitwände“ und bekommen bestätigt, was wir schon immer über plötzlich auftauchende Tempo 80-Schilder auf weitgehend gerader Strecke geahnt haben. Das macht Freude. Erschöpft ist die Handlung dieser ruhrpöttischen Kohlhaas-Variante damit aber noch lange nicht. Der wortgewandte Schweres ist ein großer Freund des mehrfädigen Plots. Wir lesen von den seltsamen Energiegewinnungsmethoden der Betreiber einer Cannabisplantage, staunen über einen Zufallsmord im Treppenhaus und erleben die aufreibende Arbeit fleißiger Sensationsreporter mit. Letztere kennen wir, wie auch das Polizeipersonal, bereits aus den vorhergehenden Romanen des hauptberuflichen Journalisten.

Schweres weiß also, wovon er schreibt, auch wenn er in der Nachbemerkung betont, sich alles „komplett ausgedacht“ zu haben. So gehört sich das auch. Trotzdem werden wir, wenn wir das nächste Mal Stoßstange an Stoßstange auf der A 40 verweilen, an Klaus-Werner Lippermann denken, den Gründer des leider fiktiven TuS-V: Tierfreunde und Staugegner – Vereinigt.

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Thomas Schweres – „Die Abbieger“

von Frank Becker

Literatur-Rezensionen
17.03.17

Solo für Frau Lippermann

Beste Krimi-Satire – klug und saukomisch“ – so apostrophiert der grafit Verlag „Die Abbieger“, den jüngsten (vierten) Krimi von Thomas Schweres und Hauptkommissar Schüppe und Tom Balzack. Damit liegen sie auch dank des Themas und des Erzähltalents des Autors zum größten Teil durchaus richtig, doch sorgen die teils erhebliche psychisch-physische Gewalt der Täter und drei Tote dafür, daß man gelegentlich so recht nicht über das im Grunde tatsächlich herrlich kuriose Konzept des Romans lachen mag. Der Mord Nr. 4 auf einem Nebenschauplatz ist in der schwarzhumorig Tat skurril – während die Haupthandlung gegen Ende Fargo-Züge annimmt.

Was also geschieht? Hier greifen wir wieder auf den Klappentext des Verlages zu und zitieren

„Klaus-Werner Lippermann hat es satt: Von Juli 2012 bis März 2016 hat er abzüglich Urlaubs- und Krankheitstagen auf den knapp sechzig Kilometern zwischen Dortmund und Duisburg 209 Stunden im Stau gestanden. Für diese größtenteils sinnlos vergeudete Lebens- und Leidenszeit soll jetzt jemand bezahlen.“ Und nicht nur dafür, denn „Klausi“ beklagt auch den grausamen Mord an seinen beiden vergötterten Karnickeln Molly und Whitey, die einem heimtückischen Anschlag in der Laubenkolonie „Emscherglück“ zu Opfer gefallen sind. Er beschließt, daß etwas geschehen muß. Gegen Staus und für die Aufklärung der Kaninchen-Morde. Zusammen mit Kumpel Alfred „Freddy“ Kruppel entführt er Dr. Rainer Weissfeld, den Chef von Straßen.NRW und fordert: 55.000,- € Lösegeld und diverse Maßnahmen zur Auflösung unnötiger Staus wie die Belebung brachliegender Baustellen, Abschaffung unnötiger Zuflußampeln an Autobahnauffahrten, Aufhebung willkürlicher Geschwindigkeitsbegrenzungen und deren Werkzeuge, der Blitzanlagen, zum Abkassieren von Autofahrern usw. usw. Als eine erste Leiche gefunden wird und die Behörden merken, daß es den Entführern ernst ist, geschehen wahre Wunder…
Thomas Schweres baut geschickt ein buntes Ermittlungs-Szenario auf, denn neben Georg Schüppe und Amin Gültekin von der Polizei Dortmund sind auch Tom Balzack von Broadfacts.TV und seine sympathische Truppe sowie der findige BILD-Reporter Andreas Schneidengel (zum Glück mal nicht allein wegen seines Arbeitgebers als Antichrist skizziert) auf die merkwürdigen Vorgänge aufmerksam geworden und stellen Fragen. Lokalkolorit, Lauben-Idylle, BVB, Schalke und regionaltypische Biere geben die Würze dazu.

Thomas Schweres erzählt flott, zeichnet durchgehend griffige Charaktere und macht nicht nur ganz nebenbei durch kluge Analysen auf den NRW-Stau-Wahnsinn aufmerksam. Denn mal ehrlich: Wer entwickelt bei den endlosen täglichen Staus (im Rundfunk werden ja fast nur noch die über 8 Kilometer Länge gemeldet) nicht auch schon mal gewisse Mordgelüste?

Wer nun alles ums Leben kommt und warum, wie die Entführer die immer schwieriger werdende Logistik ihrer Tat bewältigen und was die Ermittler trotz mancher Pannen auf ihre Spur führt, verrate ich natürlich nicht. Nur soviel: zwei absolute Nebenfiguren reißen in dem turbulenten Geschehen unwiderstehlich die Sympathie des Lesers an sich: Klausis Mutter Elfriede Lippermann (wäre eine Traumrolle für Tana Schanzara gewesen) und Rentner Heinrich Gomez – denen spendiert Thomas Schweres veritable Soli. Und was ist mit den gemeuchelten Karnickeln? Das klärt sich auch.

Lesenswert nicht nur für die Ruhris unter den Krimi-Freunden, und trotz einiger logischer Brüche und der beklagten Gewalt sehr unterhaltsam und wirklich völlig abgedreht.

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pp2Aus www.ruhrPod.info

Thomas Schweres
Die Abbieger
Kriminalroman
Die Idee zu diesem Krimi ist in einem unnötigen und unangekündigten Stau entstanden und ziemlich abgefahren: „Man müsste echt mal den Chef von Straßen.NRW entführen und sich von dem zwei Wochen lang zur Arbeit chauffieren lassen. Damit der mal sieht, wie das ist!“. Wer häufiger auf der A 40 oder einer der anderen Autobahnen des Landes unterwegs ist, wird diese Idee mindestens nachvollziehen können. Der Journalist und Krimiautor Thomas Schweres, der selbst regelmäßig zwischen Dortmund und Essen pendelt, hat daraus eine absurd komische Krimisatire gemacht, die zwar eine abgefahrene Geschichte mit viel Witz (und mehr als einer Leiche) hat, aber dennoch irgendwie nicht ganz unrealitisch zu sein scheint – zumindest werden Leser*innen aus dem mittleren und östlichen Ruhrgebietsicherlich sicherlich Vieles wiedererkennen können. Klasse!Taschenbuch, 285 Seiten
EUR 11.00, E-Book EUR 9.99
ISBN 978-3-89425-485-8
Erscheinungsdatum: 02/2017
Grafit Verlag
www.grafit.de

 

 

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BuchAviso

Die Abbieger von Thomas Schweres

Wer als Pendler im Ruhrgebiet mit dem Auto unterwegs ist, weiß ein Lied von den täglichen, kilometerlangen und zeitraubenden Staus zu singen! Ist ein Unfall als Ursache auszumachen, weiß man zumindest, dass niemand dafür zur Rechenschaft gezogen werden kann und ist froh, nicht in den Unfall verwickelt zu sein. Doch wenn Fahrbahnen aufgrund von Baustellen wegfallen, auf denen weit und breit kein Arbeiter zu sehen ist, dann kann das Unverständnis und Wut bei den Menschen auslösen, die auf diese Weise eine nicht unbeträchtliche Zeit auf den Autobahnen, anstatt daheim bei ihren Familien zubringen.Das Schicksal dieser Autofahrer teilt auch Klaus-Werner Lippermann in dem Kriminalroman Die Abbieger von Thomas Schweres. Täglich muss er über die A40 von Dortmund-Dorstfeld, wo er zusammen mit seiner Mutter in einer Zechensiedlung wohnt, zu seinem Arbeitsplatz nach Duisburg. Über vier Jahre hat er genau festgehalten, wie lange er unnötig in Staus verbracht hat. Gemeinsam mit seinem Freund Alfred, mit dem ihn die Liebe zu Kaninchen verbindet, will er das nicht länger hinnehmen und den Schuldigen bestrafen. Sie entführen Dr. Rainer Weissfeldt von Straßen.NRW in Gelsenkirchen, den sie in der Kleingartenanlage Emscherglück unterbringen. Er soll bei ihren Fahrten am eigenen Leib erfahren, wie es ist, stundenlang im Stau zu stehen.

Bei Kriminalhauptkommissar Georg Schüppe gehen unterdessen die Vermisstenmeldung sowie ein Bekennerschreiben vom TuS-V!, Tierfreunde und Staugegner – Vereinigt!, ein, worin die Entführer ein Lösegeld fordern. Sie machen sogar Vorschläge zur Vermeidung von Staus und, was Schüppe und seinen Kollegen Gültekin erst recht stutzig macht, soll auch noch den Kaninchenmorden der letzten Zeit auf den Grund gegangen werden. So vermuten sie die Entführer von Dr. Weissfeldt zunächst im Umkreis der Personen, die Opfer von Kaninchenmorden wurden. Doch damit nicht genug, haben sie auch einen weiteren Fall einer Frau aufzuklären, die beim Hausputz entweder unglücklich gestürzt, oder ermordet wurde. Gottlob kann sich Schüppe auf Tom Balzack verlassen, einen Reporter, der für einen wichtigen Fall auch schon mal auf ein Schalke-Spiel verzichtet.

Thomas Schweres überzeugt mit seinem irrwitzigen und saukomischen Kriminalroman Die Abbieger von Anfang an. Dem Entführten wird Wasser aus einer Kaninchentränke gereicht, und die Entführer nennen sich wie ihre Kaninchen Mr. Whitey und Mr. Molly. Durch die Mutter von Klaus-Werner Lippermann mit ihrem für das Ruhrgebiet typischen Dialekt gewinnt der Roman an Authentizität. In den Plot hat der Autor kritische Aspekte wie die Notwendigkeit zur Aufstockung, wenn die Rente zum Leben nicht reicht, oder von dem Trick einiger Betrüger, sich als Beamte auszugeben, eingebaut.

Der Autor benennt aber auch ganz deutlich die Fehlplanung, die beim Ausbau der A2 von vier auf sechs Spuren zwischen Kamen und Hamm dazu führte, dass auf einer Länge von 600 Metern eine Abweichung von fast einem halben Meter angepasst werden musste, die natürlich mit erheblichen Kosten einhergingen. Außerdem spricht er die Problematik der Betonleitwände an, die die ehemaligen Leitplanken aus Stahl ersetzen. Obwohl sie auch Vorteile bieten, ist aufgrund ihrer Starrheit die Gefahr eines Überschlagens des Fahrzeugs erhöht und laut einer Studie des ADAC fühlen sich viele Autofahrer im Baustellenbereich eingeengt. Das führt dazu, dass sie häufig auf die rechte Spur wechseln und die Autobahn somit fast nur noch einspurig genutzt wird, was wieder zu erhöhtem Stauaufkommen und mehr Unfällen führt.

Das Buch Die Abbieger ist in einem flüssigen Schreibstil verfasst, reizt die Lachmuskeln, wenn sich die Entführer beispielsweise eine Wasserpistole besorgen und verfügt dennoch über genügend kriminelle Energie, um trotz der witzigen Szenen dem Genre Kriminalroman alle Ehre zu machen.

Thomas Schweres, Die Abbieger, Grafit Verlag 2017, Taschenbuch, 285 Seiten, ISBN 978-3-89425-485-8, Preis: 11,00 Euro.

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26. Februar 2017 um 15:58 Uhr

Neuer Krimi: „Die Abbieger“ Stau, Stau, Stau – Klausi hat es satt

Millionen Autofahrer sind seit Jahrzehnten auf der A40 unterwegs und stehen dort stundenlang im Stau. Schuld daran ist die Landesbehörde Straßen.NRW findet Klaus-Werner-Lippermann.
Die Staus auf der A40 und die Kaninchenmorde in Dortmund haben Thomas Schweres zu seinem neuen Ruhrpott-Krimi inspiriert.

Die Staus auf der A40 und die Kaninchenmorde in Dortmund haben Thomas Schweres zu seinem neuen Ruhrpott-Krimi inspiriert.

Und deshalb entführt er den Chef von Straßen.NRW und fordert – unter anderem – das Ende aller Staus auf der A40. Klaus-Werner Lippermann ist der Protagonist im neuen Krimi „Die Abbieger“ des Dortmunder Autors Thomas Schweres.

http://www.radio912.de/home/mediathek/audiobeitraege/art757,1395334

Thomas Schweres im Gespräch mit Steffi Strecker

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Aus den Ruhr Nachrichten vom 02.03.2017

Abbieger Ruhr Nachrichten

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Aus „buch aktuell“, Juni 2016:

Abdreher Buch aktuell Rezi

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„Ruhr Wirtschaft“, das Unternehmermagazin der IHK Dortmund:

Abdreher IHK Rezi

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Aus dem GE-Journal: http://www.ge-journal.de/thomas-schweres-die-abdreher

Whow! Reift da sowas wie ein Ruhrpott-Wallace heran?

In nur zwei Jahren hat Thomas Schweres drei erfolgreiche Ruhrpott-Krimis geschrieben – „Die Abtaucher“, „Die Abräumer“ und „Die Abdreher“. Alle drei im Dortmunder grafit-Verlag erschienen. Reift da so etwas wie ein Ruhrpott-Wallace heran?

Autoren, die Krimis mit Ruhrpott-Kolorit schreiben, gibt es viele. Aber Schweres ist anders. Er ist witzig, amüsant, flott und vor allem ziemlich aktuell. Kein Wunder, schließlich war er früher mal BILD-Reporter, drehte später Nachrichten-Clips für die hiesigen Regionalsender und betreibt heute eine TV-Firma.

Die Protagonisten seiner drei Ab-Romane sind der Kriminalkommissar Georg Schüppe und der Reporter Tom Balzack. Beide werden mit kniffligen Fällen konfrontiert, kommen sich laufend in die Quere, arbeiten aber im entscheidenden Moment stets zusammen. Schließlich geht es darum, das Böse in seine Schranken zu verweisen.

Ein Reporter schreibt Krimis

Man merkt sofort, dass Thomas Schweres weiß, worüber er schreibt. Als Journalist und TV-Mann war er täglich mit Verbrechen und Prozessen im Ruhrpott konfrontiert. Er schöpft aus einem großen Erfahrungsschatz und macht witzig-spannende Krimis draus.

Was die Figuren von Thomas Schweres und deren Background so interessant macht, sind die vielen persönlichen Details, die der Autor in seine Geschichten einfließen lässt. So erfährt man zum Beispiel, wie es ist, „undercover“ als Schalke-Fan in der „verbotenen Stadt“ zu leben („Dort veranstaltet er nach Derbysiegen lebensgefährliche Ein-Mann-Fußgänger-Korsos mit seiner blau-weißen Fahne.“).

Drei Romane in nur zwei Jahren ist eine beachtliche Leistung. Thomas Schweres hat entweder viel Freizeit – oder er ist ein besessener Krimiautor, der die Finger nicht von der Tastatur lassen kann. Doch bis zu Edgar Wallace ist es noch ein weiter Weg. Der gute Mann hat über 100 Krimis zu Papier gebracht.

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Dr. Ulrich Schröder hat mich während der Signierstunde in der Mayerschen Buchhandlung in Dortmund-Hombruch interviewt  und eine ausführliche, kritische Rezension für den Trailer-Ruhr geschrieben:

https://www.trailer-ruhr.de/thomas-schweres-die-abdreher-grafit-verlag

 

Abgedrehte Apokalypse                                                                             10. Mai 2016
Krimi-Autor Thomas Schweres lässt Nazis und IS an der Ruhr wüten – Literatur 05/16

Der Ruhrkrimi-Autor Thomas Schweres hat nachgelegt: Im 1989 in Dortmund gegründeten Grafit-Verlag, insbesondere bekannt für Krimis mit regionalem Bezug, hat der gebürtige Essener nach „Die Abtaucher“ (2014) und „Die Abräumer“ (2015) mit „Die Abdreher“ (2016) nun seinen dritten Band publiziert. Dieser wirft mit seinem gewagten Plot, der einen kriminellen Mix aus extremistischen Täterkreisen vom IS bis hin zu Neonazis skizziert, eine Reihe Fragen auf. Bei einer Signierstunde am verkaufsoffenen Sonntag (8.5.) in der Filiale der Mayerschen Buchhandlung in Dortmund-Hombruch ermöglichte Schweres dem trailer-ruhr-Magazin einen Blick hinter die Autorenkulissen und stand geduldig Rede und Antwort.

„Vier kopflose Leichen – IS-Terror im Ruhrgebiet? Das scheint noch der harmloseste Verdacht, denn alles deutet darauf hin, dass sich Islamisten und rechte Szene zusammentun“, bringt Frank Schorneck im trailer-ruhr-Magazin 05/16 (S. 33) das explosive Konflikt-Gemisch der „Abdreher“ auf den Punkt und fragt, ob der Verfasser seinen Krimi mit einer solchen Mixtur nicht etwas überfrachte. Für Schweres, der hauptberuflich als Journalist für einen privaten Fernsehsender arbeitet, ist ein solches Szenario keineswegs eine „satirische Überspitzung“, sondern „bittere Realität“: „Schon 2014 wurde in verschiedenen Medien über die Zusammenarbeit von Dortmunder Nazis und Salafisten berichtet“, so der Autor. „Mit erschreckend geringer Resonanz, wie ich fand.“ Als Beleg führt er an, dass Recherchen für die NDR-Sendung „Panorama“ ans Tageslicht brachten, dass ein von Neonazis im Ruhrgebiet aufgebauter anonym nutzbarer E-Mail-Service mit Server in den USA auch vom Islamischen Staat (IS) zur Verbreitung hetzerischer Propaganda genutzt werde. Dem NRW-Innenministerium in Düsseldorf seien jedoch, so heißt es am Ende des Online-Berichts, „Verbindungen zwischen Islamisten und Rechtsextremisten nicht bekannt“.

Gleich nach der als „Prolog“ vorangestellten drastischen Eingangsszene, in der vier abgeschlagene Köpfe auf den Fensterbänken einer Wohnung in der Dortmunder Nordstadt zur Schau gestellt werden, wird die Explosion eines Wohnhauses in einem Essener Vorort geschildert. Polizeireporter Tom Balzack, Hauptfigur der „Abdreher“, ist sogleich zugegen, da er einer Bewohnerin des Hauses aus privaten Gründen einen Besuch abstatten will, was (ohne Vorwissen aus dem Krimi-Vorgänger „Die Abräumer“) ein wenig konstruiert erscheint. Diese bleibt nach der Detonation verschwunden und scheint in den Fall verstrickt zu sein, der – so mutmaßt der mit den Ermittlungen beauftragte Kommissar namens Schüppe – „weit über Dortmund und das Ruhrgebiet hinausging“ und „die Dimensionen der Anschläge von Paris vor ein paar Wochen annehmen könnte. Mindestens.“ Und dann könne man nur noch hoffen, so der Kommissar. Wenn schon Apokalypse, dann richtig… Thomas Schweres ist gar davon überzeugt, dass „die Anzahl der ‚Schläfer‘, die hier im Ruhrgebiet auf ihren Einsatz warten“, in seinem im Herbst 2015 geschriebenen Krimi zu niedrig angesetzt sei. „Damals hat man auch noch behauptet, mit der Flüchtlingswelle seinen keine IS-Terroristen ins Land gekommen“, so der Autor. Mittlerweile gleiche sich jedoch auch die „offizielle, veröffentlichte Wahrheit dem Buch an“.

Selbst Polizeikreise bleiben im Krimi nicht von abgedrehten Persönlichkeiten verschont – so etwa der frühere Kriminalhauptkommissar Krokowski, ehemals Schüppes Stellvertreter im Morddezernat und später Personenschützer beim Bundeskriminalamt (BKA), der inzwischen „wegen Beteiligung an einem versuchten Attentat auf den designierten Bundesinnenminister (…) rechtskräftig zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt“ ist. Dennoch taucht Krokowski im Zuge der Ermittlungen in der Nähe des mutmaßlichen IS-Tatorts in der Nordstadt auf einem Reporter-Foto auf, das ihn dabei zeigt, wie er zusammen „mit einer Bande Neonazis offen durch Dortmund“ marschiert. Aber zum Glück gibt es da noch den kurdisch-stämmigen Oberkommissar Amin Gültekin, der mit seiner Analyse ein wenig zur Rettung freiheitlicher Ideale beiträgt: „Eigentlich sind sich Nazis und die Muslim-Faschisten doch gar nicht so unähnlich: Beide lehnen unsere demokratischen Werte wie Freiheit, Toleranz und Gleichberechtigung der Geschlechter entschieden ab“.

Thomas Schweres wagt in „Die Abdreher“ durch den Anspruch größtmöglicher Annäherung der Fiktion an von ihm im Zuge seiner journalistischen Arbeit wahrgenommene gegenwärtige gesellschaftliche Entwicklungen einen großen kriminalistischen Wurf – mit allen Risiken und Nebenwirkungen. Zuweilen wirken die Charaktere etwas überzeichnet und als problematisch kann insbesondere die wenig differenzierte Nebeneinanderstellung extremistischer Täterkreise betrachtet werden. Auch stellt sich die Frage, ob durch die Überspitzung des Plots nicht eine latente Skepsis gegenüber der jüngsten Migrationswelle verstärkt werden könnte. Hiervon kann sich letztlich bei der Lektüre jedoch nur jeder selbst ein Bild machen.

Thomas Schweres: „Die Abdreher“ | 283 Seiten | Grafit-Verlag | 11 Euro
Ulrich Schröder

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RevierpassagenAlles steht kopf – Thomas Schweres macht mit dem Krimi „Die Abdreher“ das große Fass auf

Vier frisch abgetrennte Männerköpfe auf dem Fensterbrett einer Wohnung in der Dortmunder Nordstadt. Und gesehen hat natürlich keiner was. Wirklich keiner? Der Jagdinstinkt des Polizeireporters Tom Balzack ist geweckt. Da müssen sich doch Augenzeugen auftreiben lassen, besser noch ein Video. Und am allerbesten, wenn es zu diesem Video noch ein bisschen journalistischen Beifang gibt, mit dem man Mafiabosse an die Angel kriegt.

Blöd allerdings, wenn die Mafia noch der angenehmste Gegner ist und man vor lauter Recherche gar nicht gewahr wird, wer die eigentlichen Hintermänner sind und mit wem man sich da noch alles anlegt. Mit dem IS zum Beispiel. Oder mit der Dortmunder Polizei in Gestalt des mürrischen, aber fähigen Kommissar Schüppe und seinem in der rechten Szene agierenden Undercover-Agenten.

Noch blöder, wenn man auf allen Abschusslisten steht und dadurch ganz prima als Köder für Schüppe und Co. fungieren kann, selbst aber der Letzte ist, der das mitkriegt.

Mit „Die Abdreher“ schickt Thomas Schweres zum dritten Mal den kauzigen Schüppe und den umtriebigen Balzack auf Verbrecherjagd – und nicht nur das Cover steht auf dem Kopf. Die ganze Welt scheint aus den Fugen geraten.

Nichts ist, wie es scheint und alles hängt mit allem zusammen. Passt gut auf den Schauplatz Ruhrgebiet, hier mischt sich ja von jeher alles mit allem und das gilt natürlich auch für das Verbrechen. Und wo der Autor schon einmal dabei ist, das ganz große Fass aufzumachen, findet sich auch noch Platz für die Genderdebatten: Als Tribut an den Feminismus gibt es eine eiskalte Auftragskillerin und mit dem Märchen von den angeblich nicht existenten gesetzesfreien Zonen räumt Schweres direkt mit auf. Zur Auflockerung gibt es ein paar boulevardeske Gestalten, deren real existierende Vorbilder unschwer zu erkennen sind.

Schweres gibt sich mit diesem überbordenden Füllhorn an Themen, die er da über den Leser ausschüttet, selbst genug Gelegenheit, sich zu verzetteln – aber er kriegt immer die Kurve. Hat man erst einmal alle handelnden Personen verinnerlicht, liest es sich trotz der überbordenden Ereignisse leicht. Der langjährigen Berufserfahrung der Reporters Schweres sei Dank. Verkürzen, zusammenfassen und schnell wieder zurück auf den Punkt kommen, das kann er.

„Die Abdreher“ sind noch etwas düsterer als ihre Vorgänger. Zu aktuellen Geschehnissen wie der „Flüchtlingskrise“ und der Bedrohung durch den IS eröffnet Schweres neue Blickwinkel. Glaubwürdig zeigt er, dass auch Allianzen funktionieren, die auf den ersten Blick absurd anmuten, möglicherweise motiviationsbedingt aber logisch sind. Denn ein Krieg, eine Krise entsteht nur vordergründig aus Ideologien und Glaubensfragen, letztendlich geht es immer nur um Macht und Geld. Wie nahe Schweres mit seiner Romanhandlung der tatsächlich vorhandenen Bedrohung kommt, zeigte sich just diese Woche mit mit dem erschreckenden Anschlag auf den Tempel der Sikh in Essen.

Wie schon in den vorangegangen Bänden spricht Schweres unerschrocken das aus, was viele wissen, alle ahnen, was aber nur allzu gerne unter den Tisch gekehrt wird. Er legt seine Finger in die Wunden des Reviers und spricht Klartext. Seine geschickt in die Romane eingebauten Erkenntnisse aus seinem real existierenden Reporterleben wiegen umso schwerer, als Schweres selbst aus dem Ruhrgebiet ist und es erkennbar liebt. Trotz allem. Wegen allem.

Dennoch sind Schweres‘ Krimis nicht nur etwas für die Freunde der spannenden Ruhrpott-Literatur. Die Handlung spielt hier, kann auch nur hier spielen, aber Lesefreude dürfte auch weit über das Revier hinaus aufkommen. Und das bisschen Ruhrpottsprech in den Dialogen schaffen auch Auswärtige.

Bei aller Düsternis bleibt aber auch dieses Mal der Humor nicht auf der Strecke. Dafür kennt der Medienprofi Schweres sein Publikum zu gut. Etwas Auflockerung muss sein. Und wenn sie in der Gestalt des Labradoodles Renault daherkommt. (Renault, weil er auch nicht anspringt. Haha. Aber geschenkt. Verbuchen wir es unter der alten Ruhrpottweisheit: Mit ‚nem guten Plattwitz kriegste allet aufgelockert). Auch aktuelle Steilvorlagen wie die verunsichernden Teile einer Antwort lässt der Medienprofi nicht ungenutzt.

Eine reizvolle, willkommene Abwechslung bei Lektüre sind wieder die kleinen Blicke durchs Schlüsselloch des Boulevards. Wobei Schweres da immer respektvoll bleibt und Grenzen nicht verletzt. Man darf mit einiger Sicherheit annehmen, dass beispielsweise das reale Vorbild für Gloria Wolkenstein ihr im Buch auftauchendes Alter Ego durchaus goutiert. Zumal ausgerechnet sie entscheidend zur Aufklärung beitragen wird. Gut für die Kommissare, gut für sie. Kann sie so doch unbelastet in ein Dschungelabenteuer starten. Ausgang zum Zeitpunkt der Krimi-Entstehung noch ungewiss.

Thomas Schweres: „Die Abdreher“. Grafit Verlag, Dortmund. 280 Seiten, 11 Euro.

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 Geschrieben von Eva Hüppen

Vier geköpfte Männer und eine Geschichte von Liebe und Verrat

Ob Mafia, Neonazis oder IS-Terroristen – im Ruhrgebiet ist ein Kampf um lukrative Geldquellen entbrannt. Dumm nur, wenn die Interessen kollidieren, dann gibt es schnell Tote. Kommissar Georg Schüppe will dem Treiben Einhalt gebieten und benutzt den Reporter Tom Balzack als Köder. Der ahnt davon nichts, steht aber plötzlich auf der Abschussliste aller…

Die Grundidee der Handlung
In der Dortmunder Nordstadt werden vier Männer getötet und ihre Köpfe zur Schau gestellt. Kommissar Georg Schüppe steht vor einem Rätsel, zumal es – natürlich – keine Zeugen gibt. Beinahe gleichzeitig brennt in Essen ein Haus, nämlich das der Witwe von Norbert Drucks (Band 2, Die Abräumer). Tanja Drucks selbst ist wie vom Erdboden verschluckt, was Reporter Tom Balzack ebenfalls Rätsel aufgibt. Bei seinen Recherchen gerät er außerdem ins Visier der Mafia und landet auf diversen Abschusslisten, woran wiederum Georg Schüppe nicht ganz unschuldig ist…

Wie schon gewohnt aus den beiden ersten Bänden, passieren hier viele Dinge gleichzeitig, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, aber am Ende dann doch ein großes Ganzes ergeben. Spannend erzählt und mit viel Lokalkolorit versehen, so gehört sich das für einen echten Ruhrgebietskrimi!

Stil und Sprache
Thomas Schweres erzählt seine Geschichte in gewohnt schnoddriger Manier und man merkt sofort, dass der Mann gut zuhört auf den Straßen des Ruhrpotts. Da klingt nichts gestelzt oder übertrieben, hier wird stattdessen der typisch trockene, nichts verkünstelnde Tonfall der „Eingeborenen“ eingefangen (Ich darf das so sagen, ich bin von hier.) und mit einem guten Schuss ebenso trockenem Humor gewürzt. Tom Balzack und Georg Schüppe erzählen überwiegend abwechselnd, gelegentlich kommen aber auch andere zu Wort.

Spannend ist das Ganze natürlich auch, dazu von teils bedrückender Aktualität. Nicht nur die Schauplätze sind authentisch, die komplette Szenerie inklusive verschiedener tatsächlich stattgefundener Terrorakte ist derart nah an der Realität, dass einem ab und zu ein Schauer den Rücken hinunterläuft.

Figuren
Tom Balzack wird ganz langsam ein bisschen ruhiger, trotzdem arbeitet er des öfteren immer noch nah an der Grenze zur Illegalität und bringt sich dadurch mehr als einmal in Schwierigkeiten. Aber auch Georg Schüppe verliert dieses Mal irgendwann den Überblick und weiß nicht mehr, wem er noch trauen kann. Georg Schüppes Kollege Amin Gültekin bekommt auch seine Rolle und natürlich gibt es noch viele weitere alte und neue Beteiligte. Einige von ihnen meint man sogar schon einmal im TV gesehen zu haben…

Insgesamt ist die Figurenzeichnung sehr gut gelungen, alle Charaktere wirken authentisch und wenn man sich fragt, ob es solche Menschen wie Gloria Wolkenstein tatsächlich geben könnte, wird man im deutschen TV-Dschungel schnell fündig. Aber alles ist natürlich – wie der Autor in seinem Nachwort betont – frei erfunden. Na klar doch!

Aufmachung des Buches
Das fast komplett in typischer grafit-Manier in schwarz gehaltene Taschenbuch zeigt in der oberen Hälfte des Covers die Westfalenhalle und einen Förderturm vor einem buchstäblich flammend orangefarbenem Himmel, beides natürlich – wie bei dieser Reihe üblich – auf dem Kopf stehend. Innen gibt es nach einem Personenregister und einem kurzen Prolog 60 ebenfalls recht kurze Kapitel, darüber hinaus ist die Handlung nach Wochentagen unterteilt.

Fazit
Angesichts der Aktualität der – natürlich rein fiktiven! – Ereignisse in diesem Krimi bleibt einem das Lachen mehr als einmal im Hals stecken, dennoch gelingt es Thomas Schweres, die Leichtigkeit seiner Erzählweise beizubehalten. Sehr gelungen!

4 5 Sterne

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 lokalkompass

Thomas Schweres präsentiert mit „Die Abdreher“ einen neuen Kriminalroman

Mit „Die Abdreher“ hat Thomas Schweres einen neuen Kriminalroman vorgelegt. Der fängt nicht gut an: Im Personenregister erlaubt sich der Autor den einen oder anderen Kalauer zu viel. Ansonsten ist der Roman zwar nicht unbedingt ein Fall für die literarischen 100-Prozent-Ästheten unter den Lesern, wartet aber mit bildhafter Sprache und guten Dialogen auf. Die Handlung ist sorgfältig komponiert und fordert den Spürsinn des Publikums heraus.
Wie schon in den Vorgängerbänden „Die Abtaucher“ und „Die Abräumer“ stehen der Kriminalhauptkommissar Georg Schüppe und der Fernsehjournalist Tom Balzack im Mittelpunkt des Geschehens. Balzack, wie sein Schöpfer Thomas Schweres für das Privatfernsehen tätig, befasst sich mit Kriminalfällen in Bochum, Dortmund und Essen. Er muss sich schon einmal einen „mittelmäßigen Polizeireporter“ schimpfen lassen, trägt am Ende aber maßgeblich zur Lösung des Falls bei. Und der hat es in sich: Neonazis und IS arbeiten mittlerweile zusammen, vereint in ihrer Verachtung für den Rechtsstaat. In der Dortmunder Nordstadt konkurrieren Mafia und IS um Einnahmequellen, was die beiden Organisationen aber nicht davon abhält, partiell zu kooperieren. Ganz nebenbei erlaubt sich der sehr aktuelle Roman „Die Abdreher“ einen unaufgeregten Blick auf die Flüchtlingssituation im Ruhrgebiet, was allein schon ausgesprochen erfrischend ist.
Autor Thomas Schweres sorgt dafür, dass weder der Humor noch die Spannung zu kurz kommt: Besonders gelungen sind die amüsanten Szenen in einem Möbelhaus und in der Praxis eines Plastischen Chirurgen. Zu einer dramatischen Zuspitzung kommt es schließlich in einem Frisiersalon. Bei der Figurenzeichnung spielt der Autor mit Klischees, ohne seine Geschöpfe vollends in Karikaturen abgleiten zu lassen.
Insgesamt bietet der Roman gute Unterhaltung und ist gerade in den Details sorgfältig gearbeitet: Die Folgen des Sturmtiefs Ela und der milde Dezember des Jahres 2015 finden ihre Würdigung. Wer jetzt schon Urlaubslektüre sucht, macht mit „Die Abdreher“ nichts falsch.

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WAZ AbdreherAus  dem Kulturteil  der WAZ

Rezension vom 08.04.2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Westfälische Nachrichten, Rubrik Kultur, 07.04.2016

 

Abdreher WN

 

Rezension ‚Die Abdreher‘ in den Ruhr Nachrichten, 04.04.2016

RN Rezi

 

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Awas liestuch in ihrem dritten Einsatz können Kommissar Georg Schüppe und der Reporter Tom Balzack wieder überzeugen

Die Abdreher
von Thomas Schweres

Bewertet mit 4.5 Sternen

Auch bei ihrem inzwischen dritten Auftritt legen Kommissar Georg „Der Spaten“ Schüppe, der Schalker vom Dortmunder Polizeipräsidium und der Reporter Tom Balzack wieder einen insgesamt überzeugenden Auftritt hin.

Dabei bekommen sie es hier mit einer Vielzahl von Gegnern zu tun. Da wäre zum einen die unheimliche Allianz der Terroristen vom IS mit den Dortmunder Neonazis, die zusammen offensichtlich Anschläge im Ruhrgebiet planen. Und als wäre das noch nicht genug, mischt auch noch die italienische Mafia mit. Da fällt es nicht nur den Ermittlern schwer, den Überblick zu behalten. Das Ganze wirkt an einigen Stellen zwar etwas überfrachtet, auch weil Aspekte nur angerissen und nicht zu Ende geführt werden. Dem Autoren gelingt es aber mit seiner saloppen und flüssigen Schreibweise insgesamt dann doch sehr gut, das man beim Lesen nicht den Faden und vor allem nicht den Spaß verliert. Und so wird man mit einer etwas (passend zum Titel) abgedrehten Story, bei der die Gratwanderung zwischen Krimi und Parodie gelingt, und einem fulminanten Finale belohnt.

Aufgelockert wird das Ganze zudem noch mit reichlich Anspielungen auf aktuelle Geschehnisse und Personen. So wird z. B. der Spruch unseres Bundesinnenministers, das „Teile seiner Antwort die Öffentlichkeit nur verunsichern würden“ geschickt in die Handlung eingebaut und auch der aktuelle NRW-Innenministers Jäger (hier: Förster) erhält einen Auftritt, als er die Polizei mit der Suche nach dem Fahrrad seiner Frau beauftragt. Besonders gelungen ist hier auch die Parodie auf die Düsseldorfer Z-Promis Bert und Sophia Wollersheim, die einen entscheidenen Auftritt im Buch haben.

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krimi couchRezension zu ‚Die Abdreher‘ auf der „Krimi Couch“ vom 24.03.2016Kurze, knappe Sätze, schnörkellos vorwärts erzählt – ein neuer, überaus spannender Kriminalroman aus der unverwechselbaren Feder von Thomas Schweres. Um niemandem die Spannung zu nehmen, sei zum Inhalt nur verraten, dass es wiederum um die Aufklärung eines Falles (oder gar mehrerer … ?) geht, den der Autor ganz dicht in unserem aktuellen Alltagserleben angesiedelt hat. Erneut gelingt es Schweres, literarische Erzählkunst in einen stringenten Spannungsbogen einzubetten und damit seine Leser da zu treffen, wo es weh tut, indem seine Geschichte eine geradezu subkutane Wirkung erzielt. Anders gesagt: Schweres‘ neuer Roman geht wieder direkt unter die Haut. Dabei spart er nicht mit deftigem Lokalkolorit, ohne jemals in Gefahr zu geraten, in flache Regionalkrimi-Schreibe abzugleiten. Thomas Schweres packt an – sowohl stilistisch, als auch mit dem, was zwischen seinen Zeilen steht.
Fesselnde Krimiunterhaltung mit niveauvollem Plot und originell erzählt – sehr empfehlenswert!
Baerbel82 zu »Thomas Schweres: Die Abdreher« 24.03.2016
Terroralarm im RuhrgebietThomas Schweres geht gleich in medias res: In Dortmund werden vier Männer enthauptet und die Köpfe in den Fenstern ihrer Wohnung öffentlich zur Schau gestellt. Ein Racheakt des IS?
Etwa zur selben Zeit brennt in Essen ein Haus. Reporter Tom Balzack kann den Flammen nur knapp entkommen. Das Haus gehörte Tanja Drucks, der Witwe eines kriminellen Bankers, die Tom in „Die Abräumer“ kennengelernt hatte. Alles deutet auf eine Aktion der Neonazis. Wo ist die Verbindung? Kommissar Georg Schüppe, genannt „der Spaten“ und sein Team ermitteln.
Kurz darauf bezahlt Ex-Kollege Holger Krokowski seinen Undercover-Einsatz in der rechten Szene beinahe mit dem Leben. Schnell ist klar, dass es bei der Polizei einen Verräter geben muss. Zudem verdichten sich die Hinweise, dass es sich bei dem Killer um eine Frau zu handeln scheint. Als Tom bei seinen Recherchen auch noch ins Visier der Mafia gerät, eskaliert die Situation…
Thomas Schweres hat „Die Abdreher“ gewohnt schnoddrig mit viel Lokalkolorit in Szene gesetzt. Mit dabei ist neben Tom und „der Spaten“, die mir inzwischen ans Herz gewachsen sind, das schon aus „Die Abtaucher“ und „Die Abräumer“ bekannte Personal. Neu dabei ein ominöser Chirurg und eine skrupellose Auftragskillerin sowie Gloria Wolkenstein, eine gebastelte Sexbombe, die sich Sorgen macht um ihre beiden hervorstechendsten Eigenschaften.
Eine tolle Story, brillant geschrieben und so spannend und gleichzeitig realitätsnah erzählt, dass es manchmal nicht zum Aushalten ist. Ein Krimi, der nicht nur IS-Terror, Neonazis und die Mafia thematisiert, sondern zum Beispiel auch „Smart Textiles“. Alles nur Fiktion oder schon die Realität? Ein Roman mit dem Finger am Puls der Zeit, der plötzlich von der Wirklichkeit eingeholt wird. „Die Abdreher“ besticht durch gut recherchierte Hintergründe, einen schrägen Humor und skurrile Typen, denen ich gerne wieder über die Schultern schauen möchte.
Zitat: »Schweißgebadet wachte Tom mitten in der Nacht auf. Er hatte geträumt, dass er oben auf dem Zehnmeterbrett des Essener Grugabades kniete, die Hände auf dem Rücken gefesselt, und eine rot vermummte IS-Henkerin namens Samira mit einem Schwert sein Haupt vom Rumpf trennte. Während sein Kopf in Zeitlupengeschwindigkeit hinunter ins Wasser fiel, sein Gesicht dabei die absonderlichsten Grimassen zog, standen der Rapper Sinan G. und sein Bruder Rooz Lee, umringt von 72 Bikinimädchen, am Beckenrand und performten den Song „Die Abtaucher“. «Fazit: Thomas Schweres lesen und süchtig werden. Beste Unterhaltung nicht nur für Ruhries!

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BILD, 16.03.2016BILD Abdreher________________________________________________________________________________

Ars tremonia

Wenn die Realität abgedrehter ist als die Fiktion

von in Literatur 28.03.2016

Wenn es um aktuelle Probleme des Ruhrgebiets geht, hat Thomas Schweres die Nase vorn. In seinem dritten Ruhrgebiets-Kriminalroman mit Zentrum Dortmund „Die Abdreher“ nach „Die Abtaucher“(2014) und „Die Abräumer“ (2015) schreibt der Autor und Journalist über die momentan Herausforderungen der Städte im Ruhrpott.

In „Die Abdreher“ kämpfen Mafia, Neonazis wie IS-Terroristen um lukrative Geldquellen. Neben Drogen oder Diebstahl stehen da besonders Immobilien im Blickpunkt der Interessen. So verwundert es nicht, dass es schnell Tote gibt, wie zum Beispiel in einem Haus über einer Apotheke in der Dortmunder Nordstadt. Der Apotheker ist auch Eigentümer der Wohnungen und steht unter Druck „interessierten Gruppen“.

Die Hauptrolle spielt wieder der erste Kriminalkommissar Georg Schüppe, der für eine Stadt wie Dortmund einen schweren Makel hat: Er ist Schalke-Fan und hat im Dortmunder Polizeipräsidium einen schweren Stand. Dazu ist er immer noch durch eine Knieverletzung gehandicapt und ischluckt Schmerztabletten. Nun muss er sich nicht nur mit den grausamen Morden in der Nordstadt befassen. Sein ehemaliger Stellvertreter Holger Krokowski, offiziell im Knast, ist als „Undercover Agent“ bei den Rechten eingesetzt. Härter trifft es ihn aber noch, dass er den freundschaftlich mit ihm verbundenen Polizeireporter und Redaktionsleiter von Broadfacts.TV Tom Balzack, als Lockvogel für eine gnadenlose Auftragskillerin, unter anderem für radikale Islamisten, ausnutzen muss. Die Frau war Balzack unter anderem Namen aus einem früheren Fall bekannt und er ihr gefühlsmäßig zugetan. Was hat es mit dem Brandanschlag in ihrer ehemaligen Wohnung in Essen und ihrem Verschwinden auf sich? Fragen über Fragen. Schüppe stellt sich die Frage. Wieso wurde ein Mann aus der rechten Szene erschossen, obwohl Krokowski das Ziel war? Oder welche Rolle spielt ein dubioser Schönheitschirurg aus dem Libanon? Aus Gründen der Sicherheitsinteressen des Landes ist größte Geheimhaltung geboten und die Vertrauensbasis wird auf eine harte Probe gestellt…

Es ist durchaus von Vorteil, aber nicht Voraussetzung, wenn die potentiellen Leser die beiden ersten Krimis von Schweres gelesen haben. Alte Bekannte aus den ersten Krimis kommen in dem neuen Roman vor. Aber es gibt in „Die Abdreher“ kurze Erläuterungen, die auch den unbedarften Leser das Verständnis erleichtern. Schweres entwickelt ein spannendes Gestrüpp aus dem privaten Leben der Protagonisten und ihren Verwicklungen und der politischen Gefahrenlage um sie herum. Dabei kommen auch dunkle Geheimnisse von Schweres Kollegin an das Tageslicht.

Die Handlungsstränge fügen sich bis zum spannenden Showdown nach und nach zu einem Gesamtbild zusammen. Die Verbindung von Salafisten und Rechten, Bedrohung von kritischen Journalisten, Korruption und Vetternwirtschaft, Attentatsdrohung bei einem Fußballspiel, alles ist hier Thema.

Die Charaktere werden sensibel dargestellt und mit einer Prise trockenem Humor die düstere und bedrückende Thematik aufgelockert. Eine spannende und Auseinandersetzung mit der Realität.

Der Krimi zeigt, dass dies durchaus unterhaltsam möglich ist.

Der Krimi ist als Taschenbuch im grafit-Verlag erschienen.

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Die Abräumer

01.07.2015 | 08:10 UhrNach den „Abtauchern“ schlägt Thomas Schweres auch mit seinem zweiten Ruhr-Krimi „Die Abräumer“ ein hohes Tempo an, da liest man auch über die eine oder andere Unwahrscheinlichkeit recht schnell hinweg. Sehr genau zeichnet der gelernte Boulevard-Reporter jenes Milieu, in dem als erster der Videogeier Gonzo Gonschorek aus der Feder des Revier-Duos Karr & Wehner Federn ließ.Zwei geschickt verschachtelte Zeitebenen, ein durchgehender Filz in der Dortmunder Stadtverwaltung, der mancher Laus den Pelz wärmt und eine Art von krimineller Energie im Kreditwesen einer örtlichen Bank, die auf Systemfehler zurückgeht – dieser Krimi hat bei allem Hang zu Todesfällen und gesteigerter Drastik rund um seine Halbwelt-Größen durchaus realistisch-kritische Momente. Störend wirkt sich in diesem Band nur hin und wieder das allzu flüchtige Lektorat aus.Thomas Schweres: Die Abräumer. Kriminalroman. Grafit Verlag, 254 S., 9,99 €.Vollgas durchs RevierDie Abräumer | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/kultur/die-abraeumer-aimp-id10837205.html#plx1044280803
Kultur
Die Abräumer
01.07.2015 | 08:10 UhrNach den „Abtauchern“ schlägt Thomas Schweres auch mit seinem zweiten Ruhr-Krimi „Die Abräumer“ ein hohes Tempo an, da liest man auch über die eine oder andere Unwahrscheinlichkeit recht schnell hinweg. Sehr genau zeichnet der gelernte Boulevard-Reporter jenes Milieu, in dem als erster der Videogeier Gonzo Gonschorek aus der Feder des Revier-Duos Karr & Wehner Federn ließ.Zwei geschickt verschachtelte Zeitebenen, ein durchgehender Filz in der Dortmunder Stadtverwaltung, der mancher Laus den Pelz wärmt und eine Art von krimineller Energie im Kreditwesen einer örtlichen Bank, die auf Systemfehler zurückgeht – dieser Krimi hat bei allem Hang zu Todesfällen und gesteigerter Drastik rund um seine Halbwelt-Größen durchaus realistisch-kritische Momente. Störend wirkt sich in diesem Band nur hin und wieder das allzu flüchtige Lektorat aus.Thomas Schweres: Die Abräumer. Kriminalroman. Grafit Verlag, 254 S., 9,99 €.Vollgas durchs RevierDie Abräumer | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/kultur/die-abraeumer-aimp-id10837205.html#plx1044280803

Aus der WAZ vom 01.07.2015:

Kritik Abräumer WAZ 2

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Originalbild anzeigen25.05.2015

Thomas Schweres Die Abräumer

Mit seinem ersten Dortmund-Krimi „Die Abtaucher“ hat Thomas Schweres viele Krimifreunde begeistert. Jetzt ist der zweite Fall für Kommissar Schüppe erschienen, und „Die Abräumer“ sind genauso spannend.

Eine Bankräuberin wird auf der Flucht auf einem Motorrad im Wald erschossen. Neben der Leiche liegt der bewusstlose Reporter Tom Balzack, der der Diebin auf den Fersen war. Die Spur führt zurück zu einem Bankraub vor 15 Jahren.

Durchs Ruhrgebiet

Quer durch Dortmund und das Ruhrgebiet führt Autor Schweres die Leser, dabei erzählt er manchmal etwas schnodderig. Ruhrpott-Charme hat die Geschichte auch deshalb und viel Dortmund-Kolorit mit Szenen am Phoenix-See und dem Vorort-Leben im Nebenzentrum Hombruch. Und wer der Mörder ist, errät man auch nicht sofort.

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Bild in Originalgröße anzeigen

16.06.2015

Rezension WN Abräumer 16.06.15___________________________________________________________________________________________

Am Erker 69

Rezension zu ‚Die Abräumer‘ aus der Lteraturzeitschrift
‚Am Erker 69 – Tausend Zeichen‘, Münster, Juni 2015

Mord & Totschlag 69
Die Krimi-Kolumne von Joachim Feldmann
Ruhrgebiet – neben der Hauptstadt wahrscheinlich die provinziellste Metropole der Republik. In Dortmund ermittelt Kommissar Schüppe, ein ungeselliger Schalke-Fan im Feindesland. Auch hier kann man die bösen Buben (oder Mädels) in der Regel nicht an ihrem Narbengesicht erkennen. Kriminelle Energie findet auch in einer Amtsstube ihre Möglichkeiten, und so manch kleines Rädchen träumt davon, eines Tages das große Ding zu drehen. Dass irgendwann dann doch eine Leiche im Wald liegt, ist anscheinend unvermeidbar. Thomas Schweres‘ zweiter Fall für Schüppe kommt streckenweise launig daher, darf aber keineswegs mit den sich influenzaartig verbreitenden Humorkrimis verwechselt werden. In diesem Roman geht es erfrischend realistisch zu. Alltagstragödien geraten ebenso in den Blick wie die Gier nach dem großen Geld. Dass Schweres im Hauptberuf Reporter ist, bleibt nicht unbemerkt. Exotische Metaphern und originelle Vergleiche sind vielleicht auch deshalb Mangelware. Wofür wir durchaus dankbar sein dürfen.

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Thomas Schweres Die AbräumerMit seinem ersten Dortmund-Krimi „Die Abtaucher“ hat Thomas Schweres viele Krimifreunde begeistert. Jetzt ist der zweite Fall für Kommissar Schüppe erschienen, und „Die Abräumer“ sind genauso spannend.Thomas Schweres: Die Abräumer – Ruhr Nachrichten – Lesen Sie mehr auf:
http://www.ruhrnachrichten.de/leben-und-erleben/kultur-region/Thomas-Schweres-Die-Abraeumer;art1541,2717922#plx960274688

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Leser-Welt

 Geschrieben von Eva Hüppen

Kleine Leute, große Träume – das Revierderby geht weiter

Die Grundidee der Handlung
Der Rückentext stellt den Einstieg in diesen komplizierten Fall schon gut dar, aber es passiert natürlich noch eine Menge mehr. Thomas Schweres steuert seine Protagonisten tief in die Dortmunder Lokalpolitik hinein, nimmt jeden Skandal aus den letzten Jahren dabei mit und kostet seine Ideen zum städtischen (natürlich fiktiven!) Klüngel wirklich sehr genüsslich aus. Dabei verliert er aber nie den eigentlichen Fall aus den Augen und sorgt dafür, dass man als Leser das Buch kaum zwischendurch weglegen kann. Besonders für Dortmund-Kenner sind seine regelmäßig eingestreuten Seitenhiebe auf Politiker und Obere der Stadtverwaltung sehr amüsant zu lesen und man freut sich über jede erkannte Begebenheit der letzten Jahre.

Stil und Sprache
Thomas Schweres bleibt seinem etwas schnoddrigen Stil treu und lässt seine Protagonisten an der langen Leine reden und denken. So ist man als Leser sofort mitten drin im Ruhrgebiet, im bunten Dortmund, wo es nicht nur „eingeborene“ Dortmunder gibt, sondern eben auch Ruhrgebietler mit Migrationshintergrund, wie man heute so schön sagt. Das wirkt alles einfach sehr echt und macht unglaublichen Spaß zu lesen. Und wenn dann – wie hier – auch der Fall und die Geschichte drum herum stimmen, ist Die Abräumer schon eine ziemlich perfekte Lektüre für jeden Krimifreund.

Der Fall selbst hat es in sich, ist spannend und durch die verschiedenen Erzählperspektiven aus Tom Balzacks beziehungsweise Georg Schüppes Sicht sehr abwechslungsreich. Zwischendrin kommen dazu noch andere Personen zu Wort, wenn sie gebraucht werden, so zum Beispiel Andreas Schmidt, der Ehemann des Opfers. Und auch wenn es in diesem Fall kein spektakuläres Actionfinale gibt, so ist die Auflösung des Ganzen doch einigermaßen überraschend, so dass Die Abräumer auf ganzer Linie überzeugen können.

Figuren
Georg Schüppe und Tom Balzack stehen eigentlich auf unterschiedlichen Seiten, ist doch der eine Polizeikommissar und somit zuallererst Recht und Gesetz verpflichtet, der andere hingegen als selbständiger Journalist darauf angewiesen, auch mal unter fragwürdigen Umständen an Informationen zu kommen. Da gibt es naturgemäß Reibungspunkte – besonders der erste Fall Die Abtaucher glänzte mit ständigen Machtkämpfen und Konkurrenz untereinander. Inzwischen haben sich die Beiden ganz gut zusammengerauft und behindern sich nur noch gelegentlich bei ihrer Arbeit. Ihre Wortgefechte haben sie aber keineswegs aufgegeben und das ist auch gut so, machen diese doch einen großen Reiz der Geschichte aus.

Neben den beiden Protagonisten gibt es einige andere wiederkehrende Figuren wie den BILD-Reporter Andreas Schneidengel oder Toms Freundin Charly sowie den ein oder anderen Neueinsteiger, zum Beispiel Georg Schüppes neuen Partner Amin Gültekin. Letzterer hat sicher Potential, ich hoffe, er bleibt der Reihe erhalten. Allen Charakteren ist gemein, dass sie ausgesprochen gut ausgedacht und authentisch dargestellt sind, hier wirkt nichts platt oder überzeichnet, wie es sonst gern mal gerade bei Ruhrgebietstypen passiert. Klasse gemacht!

Fazit
Diese Fortsetzung toppt den ersten Band um einiges, die perfekte Lektüre für Liebhaber vielschichtiger Krimis mit lokalem Bezug vom Allerfeinsten. Ganz großes Kino!

5 Sterne

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Ruhrbarone

Wann springt dieses Psycho-Wrack Faber endlich vom Dach?“

Acht Monate nach Erscheinen seines Erstlingswerks ‚Die Abtaucher’ hat Thomas Schweres mit ‚Die Abräumer’ seinen zweiten Kriminalroman vorgelegt.

Wieder spielt die Geschichte im Ruhrgebiet, und wieder sind es die bekannten Haupt-Protagonisten: Der Gelsenkirchener Kriminalkommissar Georg Schüppe, genannt der Spaten, der als Schalke-Fan im Dortmunder Polizeipräsidium Dienst tut, und der TV-Reporter Tom Balzack aus Essen, den es der Liebe wegen ebenfalls in die Westfalenmetropole verschlagen hat. Der Ermittler wird von einem Beamten mit Migrationshintergrund und einer jungen Polizistin unterstützt, die an Lisbeth Salander erinnert. Der Journalist Balzack und sein Team arbeiten mal mit, mal gegen einen BILD-Reporter mit einer ausgeprägten Vorliebe für Chemie-Klos.

Schnellschreiber Schweres, der behauptet, als langjähriger Crime-Reporter müsse er sich für seine Romane nicht viel ausdenken, nur Erlebtes und Recherchiertes neu zusammensetzen, erschafft ein ganzes Sammelsurium an Personen, die gleichzeitig skurril und lebensnah sind. Alle haben ihre persönlichen Schicksale und Probleme, die angerissen, aber nicht in epischer Breite ausgewalzt werden. „Ich wollte keinen weiteren Dortmunder ‚Tatort’ schreiben, bei dem man als Zuschauer immer nur genervt denkt: Wann springt dieses Psycho-Wrack Faber endlich vom Dach?“, sagt Schweres. Entsprechend kommt bei seinen Krimis neben reichlich Sarkasmus und (Selbst-)Ironie auch der Humor nicht zu kurz. Wenn mal wieder Panhas am Schwenkmast ist, sprechen seine handelnden Personen gern mal ‚Originalton Ruhr’. Ein typischer Regionalkrimi also? Der Autor guckt gequält. Kommissare, die politischen Druck aus der Behörde bekommen, Boulevard-Reporter, die unter den Anforderungen ihrer Redaktionen leiden, Migranten, die die deutsche Gleichgültigkeit gegenüber der Zerstörung ihrer ersten Heimat durch ISIS nicht verstehen können, Stadtverwaltungen, die durch Schlampigkeit und Gleichgültigkeit Millionen in den Sand setzen, Banken, die sich das in der Finanzkrise verzockte Geld bei ihren Kunden wiederholen wollen – das alles gebe es nicht nur im Ruhrgebiet, sagt Schweres. „Irgendwo muss ein Roman ja spielen Aber hier im Revier gibt es die gesellschaftlichen Probleme der Republik in konzentrierter Form. Und ich kenne mich nur hier aus.“ Klingt da ein Bedauern durch? „Nun ja, wenn ich zwischendurch romantische Urlaubslandschaften an Nord- oder Ostseeküste schildern würde, hätte ich es bei den LeserInnen sicherlich leichter. Ich habe für die Romantik nur den Steinbruch an der Hohensyburg und die Phönix-Pfütze zu bieten. Und die Dortmunder Nordstadt. Aber dort kann es auch ziemlich exotisch sein.“

Anders als bei ‚Die Abtaucher’, wo zunächst die handelnden Personen eingeführt wurden und die Handlung erst langsam Fahrt aufnahm, geht es bei ‚Die Abräumer’ direkt rasant los und steigert sich dann sogar noch. Es beginnt mit zwei Banküberfällen mit Geiselnahme, der erste geschah 1999, der zweite passiert in der Jetzt-Zeit. Die Bankräuberin überlebt ihn nicht lange. Doch sind die Bank und die Geisel wirklich unschuldige Opfer, aus welchen Motiven handelt die Täterin? Der Reporter und der Kommissar recherchieren und ermitteln die aktuellen Zusammenhänge, sie stoßen auf krumme Immobiliengeschäfte (nicht nur) am Phönix-See und Unterschlagungen in einem Bezirksverwaltungsamt. Wem speziell dieser Handlungsstrang bekannt vorkommt, der liegt nicht ganz falsch, er ist eng an einen aktuellen Skandal in der Dortmunder Stadtverwaltung angelehnt.

Gestalten aus Balzacks Vergangenheit schleichen sich in einem zweiten Handlungsstrang heran, spielen irgendwie eine Rolle. Es geschehen weitere Morde, und erst beim überraschenden und furiosen Showdown in einer Bochumer Anwaltskanzlei wird (fast) alles aufgeklärt.

Ein guter, ein spannender Krimi, flüssig geschrieben. Auch wenn man ihn konzentriert lesen muss, wegen der Fülle der handelnden Personen und Nebenthemen: Mir haben ‚Die Abräumer’ besser gefallen als der erste Band. Thomas Schweres hat die Hürde des zweiten Teils erfolgreich genommen. Wird es eine Fortsetzung geben? „Mir schwebt eine Mini-Serie vor, bei der man jeden Teil für sich versteht. Aber als LeserIn an manchen Stellen nur wissend grinsen kann, wenn man die vorherigen Folgen kennt. Eine Serie, bei der Protagonisten mal verschwinden, später wieder auftauchen. Sich entwickeln, nie nur ganz böse oder ganz gut sind. Und alles nah dran an der Realität“, sinniert der Autor.

Wie es mit seiner Reihe um Schüppe und Balzack weiter geht, weiß Schweres angeblich noch nicht. „Vielleicht ziehe ich im nächsten Teil mal über die Neonazis her. Es ist ja fast peinlich, das zuzugeben, aber sie haben mir immer noch keine ihrer Todesanzeigen für Journalisten gewidmet. Vielleicht gelingt mir das dann als Autor. Obwohl, dafür müssten sie das Buch ja lesen, und lesen bildet. Mit einem Mindestmass an Bildung ist man aber kein Nazi mehr und kann also keine Todesanzeigen für Nazi-Gegner mehr aufgeben. Dann thematisiere ich vielleicht doch besser das Medienbashing anlässlich des Flugzeugabsturzes der 4U9525. Oder noch etwas ganz anderes. Die Themen liegen ja auf der Straße.“

Wir sind gespannt.

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Ars tremonia

Wenn städtische Gelder verschwinden

von in Literatur Schlagworte: , ,

Schrottverkäufe auf eigene Rechnung, veruntreutes Geld aus der Stadtkasse: die Stadt Dortmund hatte in den vergangenen Jahren so ihre Probleme mit Mitarbeitern, die meins und deins auf recht eigenwillige Art interpretierten. Thomas Schweres führt uns in seinem zweiten Krimi „Die Abräumer“ in die Welt von dubiosen Immobiliengeschäften, korrupten Bankern und Unterschlagungen in der städtischen Verwaltung.

Die Geschichte: Michaela Schmidt erzwingt bei einem Überfall auf die Hombrucher Filiale der Sparbank die Herausgabe mehrerer tausend Euro und flüchtet mit ihrem Motorrad. Dabei kommt ihr zufällig der Reporter Tom Balzack mit seiner Lebensgefährtin in die Quere. Die Verfolgung endet in einem Waldstück. Die Bankräuberin wird erschossen neben ihrer Maschine vorgefunden, und der Reporter liegt bewusstlos neben seinem Mountainbike.

Es stellt sich heraus, dass die Bankräuberin und ihre Familie Opfer dubioser Immobiliengeschäfte geworden ist. Doch auch ihr Mann und die beiden Kinder sind verschwunden. Das hier jemand über Leichen geht, bekommen Balzack und Schüppe recht bald am eigenen Leibe zu spüren…

Sein zweiter Krimi mit dem zum Leidwesen seiner Dortmunder Dienststelle aus Gelsenkirchen stammende „Schalke-Fan“ und eigenwillige Kommissar Georg Schüppe und seinem Reporter-Pendant Tom Balzack führt den Leser in die Abgründe von Korruption und Klüngel. Schüppe steht in dem neuen Fall der kurdischer Kollege und ehemaliger SE-Kraft Amin Gültekin zur Seite. Doch Gültekins hat auch eine zwielichtige Vergangenheit.

Schweres greift hier nicht nur eine aktuelle Thematik auf, sondern gibt auf unterhaltsame Weise Einblicke in die Journalisten-Szene und die Boulevard-Presse. Auch wird speziell die aktuelle prekäre Situation für die freien Journalisten erwähnt. Er verwebt die Story mit einem kriminellem Geschehen aus dem Jahr 1999. Für die Leser und Leserinnen gut in kursiver Schrift geschrieben zu erkennen. Sie erfahren zudem im Vergleich zum „Abtaucher“nach und nach wieder etwas neues aus dem Privatleben und Vergangenheit der Protagonisten. Nicht nur für Dortmunder „Insider“ eine spannende Krimi-Lektüre für die Ferienzeit.

Nach seinem Volontariat bei Axel Springer trieb sich der in Autor Thomas Schweres als Boulevard-Journalist herum. Dabei konnte er Erfahrungen und Insiderwissen aus Polizei-und Pressearbeit sammeln, die ihm schon bei seinem ersten Kriminalroman „Die Abtaucher“ aus dem letzten Jahr zugute kamen.

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Thomas Schweres Die AbräumerMit seinem ersten Dortmund-Krimi „Die Abtaucher“ hat Thomas Schweres viele Krimifreunde begeistert. Jetzt ist der zweite Fall für Kommissar Schüppe erschienen, und „Die Abräumer“ sind genauso spannend.nicht mit Facebook verbunden
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EinstellungenArtikel druckenEine Bankräuberin wird auf der Flucht auf einem Motorrad im Wald erschossen. Neben der Leiche liegt der bewusstlose Reporter Tom Balzack, der der Diebin auf den Fersen war. Die Spur führt zurück zu einem Bankraub vor 15 Jahren.Durchs RuhrgebietQuer durch Dortmund und das Ruhrgebiet führt Autor Schweres die Leser, dabei erzählt er manchmal etwas schnodderig. Ruhrpott-Charme hat die Geschichte auch deshalb und viel Dortmund-Kolorit mit Szenen am Phoenix-See und dem Vorort-Leben im Nebenzentrum Hombruch. Und wer der Mörder ist, errät man auch nicht sofort.Thomas Schweres: Die Abräumer – Ruhr Nachrichten – Lesen Sie mehr auf:
http://www.ruhrnachrichten.de/leben-und-erleben/kultur-region/Thomas-Schweres-Die-Abraeumer;art1541,2717922#plx109513962
Thomas Schweres Die AbräumerMit seinem ersten Dortmund-Krimi „Die Abtaucher“ hat Thomas Schweres viele Krimifreunde begeistert. Jetzt ist der zweite Fall für Kommissar Schüppe erschienen, und „Die Abräumer“ sind genauso spannend.nicht mit Facebook verbunden
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Thomas Schweres Die AbräumerMit seinem ersten Dortmund-Krimi „Die Abtaucher“ hat Thomas Schweres viele Krimifreunde begeistert. Jetzt ist der zweite Fall für Kommissar Schüppe erschienen, und „Die Abräumer“ sind genauso spannend.Thomas Schweres: Die Abräumer – Ruhr Nachrichten – Lesen Sie mehr auf:
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DAS ONLINE MAGAZIN

Abgetaucht im Ruhrgebiet

Collage: Meinhardt Fotos: Meißner

Ein zynischer Kommissar und ein beharrlicher und gestresster Journalist auf der Suche nach einem eiskalten Mörder. Klingt wie tausendmal gehört. „Die Abtaucher“ von Thomas Schweres beschreibt genau so ein Szenario. Kann das Buch trotzdem überzeugen?

Ein albanischer Einbrecher wird tot in einem Reihenhaus in Dortmund aufgefunden. Der Gelsenkirchener Kommissar Georg Schüppe, genannt „Der Spaten“, soll den Fall untersuchen. Dann tauchen plötzlich noch an drei weiteren Tatorten in Essen, Herne und Österreich Spuren des bereits toten Albaners auf. Aber wer macht sich die Mühe, die DNA eines toten Einbrechers an unterschiedlichen Tatorten zu verteilen?

Bei seinen Ermittlungen trifft der Kommissar Schüppe auch auf den Boulevardjournalisten Tom Balzack. Der ist pleite und könnte mal wieder eine richtig gute Story gebrauchen. Und es sieht aus, als würde er die sogar bekommen.

Das Buch kommt relativ schwer in die Gänge. Durch sehr detaillierten Beschreibungen des Ruhrgebietes und der journalistischen und polizeilichen Arbeitsweise zieht sich die gesamte Handlung in die Länge. Gleichzeitig sind diese Beschreibungen aber auch das, was das Buch so charmant macht. Ungefähr ab der Hälfte des Buches wird es dann aber sehr spannend. Es geht Schlag auf Schlag, ohne, dass die humorvollen Beschreibungen ausbleiben.

Der Autor Thomas Schweres wohnt selbst in Dortmund und ist seit Jahren als Journalist und Polizei-Reporter im Fernsehen tätig. „Die Abtaucher“ ist sein Debütkrimi. Durch seinen Beruf kennt der Autor sich im Berufsfeld des Journalisten auch und weiß über die Zusammenarbeit mit der Polizei Bescheid. Das merkt man an seinen ausführlichen Beschreibungen der Protagonisten. Jeder hat positive und negative Charakterzüge, sei es nun der mürrische Kommissar, der gestresste Journalist oder der Killer.

Auch das Ruhrgebiet und insbesondere die Stadt Dortmund werden realistisch und vor allem sehr humorvoll beschrieben. Das dürfte einige Leser zum schmunzeln bringen. Zum Beispiel, als der Journalist Tom einen Rentner als Zeugen interviewen will:

Als Harry die Kamera fertig eingerichtet hatte, begann Tom routiniert das Interview mit den Personaldaten. Name: Gomez, mit z, Vorname: Heinrich, Alter: sechsundsiebzig, Beruf: Rentner, früher Industriekaufmann bei Hoesch, dann Außendienstmitarbeiter bei Schwarzkopf.
Drei Wetter Taft, Sie wissen doch, woll? Die Frisur sitzt!“ Dabei strich er sich durch den spärlichen Haarschopf.
Tom lachte höflich. Mach hinne, Oppa, dachte er. Während des Interviews sah er aus den Augenwinkeln, wie gerade ein Mann das Nebenhaus verließ. Mist, das war doch der Assistent von Schüppe. Schade, den hätte er auch gern noch befragt. Rein informell, natürlich.

Schneidengel hörte interessiert zu und filmte mit seinem iPad. Wahrscheinlich für Bild.tv oder die Internetseite der Zeitung, dachte Tom. Bis jetzt waren diese Nebentätigkeiten der Kollegen der eigentlich schreibenden Zunft noch keine große Konkurrenz. Aber wenn man die Zeichen der Zeit erkannte …
Als Harry die Kamera abgestellt hatte, fragte Schneidengel bei dem Rentner noch einmal nach: „Woher wissen Sie denn, dass der Tote ein Roma ist?“
Wieso Römer? Das habe ich nicht gesagt! Das ist ein Zigeuner.“

Anfangs ging es mir in dem Buch etwas zu schleppend voran. Aber die humorvolle Art des Autors hat mich bei der Stange gehalten. Vor allem, weil das Buch nicht gewollt lustig ist. Die Beschreibungen der Personen und der Stadt sind so realistisch, dass sie einfach lustig sein müssen.

Die Abtaucher“ von Thomas Schweres ist definitiv ein lesenswertes Buch, vor allem, wenn man die Pott-Mentalität mag.

Die Abtaucher” von Thomas Schweres, erschienen am 22.7.14 im Grafit Verlag, Taschenbuch, 221 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3-89425-445-2

von Britt Meißner

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Aus:  www.revierpassagen.de

Ermittlungen in der “verbotenen Stadt” – beachtliches Krimidebüt aus dem Ruhrgebiet

Die Abtaucher Als ausgewiesener Schalke-Fan in der “verbotenen Stadt” Dortmund arbeiten zu müssen, dann noch ein wandelndes Beispiel für die alte Fußballer-Weisheit “Knie heilt nie” zu sein und als krönende Dreingabe einen Assistenten, der sich trotz oder wegen seines Atze-Schröder-Stylings als unermüdlicher Playboy gefällt – Kriminalkommissar Georg Schüppe hat mehr als ein Problem. Da fällt sein ungeliebter Spitzname “Der Spaten” schon kaum mehr ins Gewicht.

Derart vom Leben gebeutelt, macht er sich eher widerwillig auf zu seiner neuesten Ermittlung. Ein toter Einbrecher in einem Dortmunder Zechenhaus verspricht nun auch nicht gerade die dollste Ablenkung. Weder für ihn noch für Polizeireporter Tom Balzack, der sich mehr schlecht als recht mit seiner kleinen TV-Firma als Sensations-Zulieferer für den Boulevard durchschlägt. Doch nicht lange und der kleine Routinefall wird undurchsichtig. Drei weitere Morde folgen und an den weit voneinander entfernten Tatorten finden sich DNA-Spuren des Einbrechers aus dem Zechenhaus. Der jedoch befand sich zum Zeitpunkt der drei Morde schon in fortgeschrittener Totenstarre.

Wer legt da eine falsche Fährte und vor allem warum? “Der Spaten” sieht die Zusammenhänge nicht, vielleicht will er sie auch gar nicht sehen. Die vage Ahnung, dass dieser Fall etwas mit ihm und seiner traurigen Vergangenheit zu tun haben könnte, lässt er zunächst nicht zu. Somit schlägt die Stunde des Reporters. Balzack ist chronisch pleite, der Konkurrenzdruck groß, ihn kann nur noch die eine, die ganz große Geschichte retten. Er erkennt den Zusammenhang zwischen den Morden, er kennt “Die Abtaucher” aus der sogenannten guten Gesellschaft, die nun in der verqueren Logik eines Killers für einen Augenblick der Unachtsamkeit bezahlen müssen.

“Die Abtaucher” ist das gelungene Krimi-Debüt des Journalisten Thomas Schweres und weit mehr als nur ein weiterer halbwegs gelungener Regional-Krimi. Der gebürtige Essener Schweres lebt als Schalke-Fan “undercover” in Dortmund und treibt sich mit seiner TV-Firma vorzugsweise auf dem Boulevard herum. Ähnlichkeiten zum Protagonisten Balzack dürften also nicht rein zufällig sein.

Thomas Schweres ist ein genauer Beobachter, den versierten Rechercheur merkt man durchgängig. Er weiß genau, worüber er schreibt, in seinen langen Reporterjahren ist er zum genauen Kenner der Ruhrgebiets-Szene geworden. Die Liebe zum Pott schimmert durch, aber auf nett gemaltes Lokalkolorit beschränkt er sich dabei dankenswerterweise nicht. Schweres scheut sich nicht, auch die unangenehmen, schwierigen Seiten des Ruhrgebiets aufzuzeigen. Ob es um Schutzgelderpressungen, den Tagelöhner-Strich, die vergifteten Monte Schlackos geht – Schweres redet Tacheles. Wer jemals länger in einem Stadtteil gearbeitet oder gelebt hat, in dem ganz eigene Gesetze herrschen und der von der Obrigkeit als aufgegeben bezeichnet werden darf, weiß, wovon Schweres redet und liest die entsprechenden Seiten mit einem sonderbares Gefühl der Dankbarkeit dafür, dass es endlich einer ungeschönt ausspricht. Dazu gönnt der Kenner des Boulevards dem Leser amüsante Einblicke in das umkämpfte Geschäft mit dem Sensations-Journalismus.

Thomas Schweres schreibt kurz, knackig und durchgehend flüssig. Wie man einen Plot aufbereitet und den Leser häppchenweise bei der Stange hält, weiß er aus seinem Tagesgeschäft und übertragt das gekonnt und mit gelegentlichem Augenzwinkern in die Romanform. Der Plot an sich ist stimmig, auch wenn man heutzutage anscheinend in keinem einzigen Krimi mehr auf persönliche Involvierung der ermittelnden Kommissare verzichten kann. Alles in allem spannende Lektüre, mit der nicht nur Ruhrgebiets-Liebhaber richtig aus dem Alltag abtauchen können.

Interessanterweise ist unter den Protagonisten kein einziger richtiger Sympathieträger, aber der Autor schafft das Kunststück, dass man dem Kommissar, dem Reporter und seinen Mitstreitern ein gutes Ende wünscht. Den meisten jedenfalls. Wahrscheinlich, weil man sie alle irgendwoher kennt. Im Zweifelsfall aus der Nachbarschaft.

Thomas Schweres: “Die Abtaucher”. Grafit Verlag, Dortmund, 220 Seiten, € 9,99

P.S.: Dass Schweres sich mit medialer Vermarktung auskennt, merkt man auch der professionellen Werbung für das Buch an. Der Song und der Trailer zum Buch machen richtig Spaß und Lust auf das Buch. Zu bewundern auf der Webseite des Grafit-Verlages.

 

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Aus dem Kulturteil der WAZ / NRZ / WR vom 16.10.2014:

Rezension WAZ…………………………………………………………………………………………………………………………………………

Und dann hatte BILD am 18.09.2014 auch noch diesen Geheimtipp:

BILD HELLWEG ABTAUCHER

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logo_wdr5Die telefonische Mordsberatung,
WDR 5, 30.08.2014
„Neo-Noir“, die dunkelste Seite des Krimis

Empfehlungen der Experten:
Thomas Schweres: Die Abtaucher
Grafit Verlag € 9,99
Ein toter Einbrecher in einem Zechenhaus in Dortmund-Hombruch. Soweit so gut –
das ist soweit erst einmal kein großer Fall für Kommissar Schüppe von der
Dortmunder Kripo. Und auch nicht für den Boulevard- und Blaulicht-Reporter Tom
Balzack, der sich mit seiner kleinen Firma broadcast.tv als Zulieferer für die
Sensations-Magazine der Fernsehsender durchbringen muss. Interessant wird die
Sache erst, als weitere Morde begangen werden – bei denen die DNS und
Fingerspuren des toten Einbrecher auftauchen – so, als wolle man dem Toten die
Taten in die Schuhe schieben. Mir viel Gespür und einer Portion Glück kommt
Reporter Balzack den Zusammenhängen auf die Spur – und auch Kommissar
Schüppe muss erkennen, dass er eine ganz persönliche Beziehung zu dem Fall hat.
Knapp, prägnant und präzise – Thomas Schweres, selbst gelernter Polizei- und
Boulevardreporter, weiß wie man eine Story aufziehen muss, damit sie von der
ersten Zeile an fesselt. Hier kann er in den gradlinigen Plot noch seine Insider-
Kenntnisse aus dem Nachrichtengeschäft und der Polizeiarbeit einfließen lassen: das
ist faktenreich, aufschlussreich und immer ziemlich spannend. Ein Krimi-Debüt, das
viel verspricht. Reinhard Jahn WDR5 Mordsberatung

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logo ruhrbaroneAus der Rezension der „Ruhbarone“:

„Aus diesen Bestandteilen hätte man also einen düsteren, schwermütigen Kriminalroman als Vorlage für den nächsten Tatort aus Dortmund machen können. Es ist das Verdienst des Autors Thomas Schweres, dass es nicht so gekommen ist. Immer wieder muss man beim Lesen schmunzeln, manchmal laut lachen. Selbst der schlimmste Verbrecher, Journalist  oder Polizist hat auch sympathische Züge. Denn die Personen sind realistisch gezeichnet, man meint, sie von nebenan zu kennen.“

Die ganze Besprechung gibt es hier:

http://www.ruhrbarone.de/thomas-schweres-romandebut/87042

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Aus dem Stadtspiegel Essen / Gelsenkirchen / Dortmund:

Abtauchen mit einem Kommissar aus Schalke

Thomas Schweres: In Essen geboren und aufgewachsen, inzwischen in Dortmund zuhause. Foto: Privat

 

Als Schalke-Fan in der „bösen Stadt“ zu wohnen, eine schwierige Sache. Sein Hobby: Lebensgefährlicher Ein-Mann-Fußgängerkorso durch Dortmund-Eichlinghofen, wenn Schalke das Derby gewonnen hat… Foto: Privat

„Jeder Journalist will ein Buch schreiben“, behauptet Thomas Schweres, langjähriger TV-Boulevard-Journalist und liegt damit wahrscheinlich nicht so falsch. „Ich habe oft Sachen gelesen und gedacht, das kann ich besser.“ Jetzt hat der Dortmunder den Beweis angetreten: Mit „Die Abtaucher“ ist sein erster Krimi erschienen – und der Hauptcharakter des Buches ist – wie könnte es anders sein – Journalist.

Zufällig heißt er Tom, da liegt die Frage nah, wieviel Thomas Schweres in Tom vorkommt. „Ach, eigentlich steckt in jedem Charakter, der im Buch vorkommt, etwas von mir,“ zuckt er mit den Achseln. „Alle, mit denen ich spreche, sehen entweder mich oder sich selbst.“
Dabei weist der gebürtige Essener und Schalke-Fan im Vorwort nachdrücklich und mehrfach darauf hin, dass er sich den Romaninhalt ausgedacht hat: „Die Handlung ist frei erfunden, die Charaktere auch.“ Aber natürlich habe er selbst Erlebtes weiter gesponnen. „Es geht ja nicht darum, die Realität abzubilden, wie in meinem Job, sondern darum, eine Geschichte möglichst spannend zu erzählen, die so realitätsnah ist, dass sie hätte passieren können.“

„Es geht nicht darum, die Realität abzubilden.“

Und einen Kommissar aus Schalke, der im Dortmunder Polizeipräsidium Spießruten läuft, wenn sein Verein das Derby verloren hat, den kann man sich bestens vorstellen. Am Tatort in Hombruch ist dieser Georg Schüppe, genannt „der Spaten“, der Chef im Ring: Er glaubt, das Opfer zu erkennen, doch dass er sich am Anfang einer Mordserie befindet, das ahnt er nicht.
Dass es diese aber gibt, darauf kommt als erster Tom, besagter Boulevard-Journalist, dem es wichtig ist, dass er zu den Anständigen, die sich an Absprachen mit der Polizei halten, gehört. Seine Recherchen führen ihn bis in eine Feriensiedlung in Holland und in einen geheimen Raum unterm Essener Polizeipräsidium. Und dann wird die Geschichte für den Schalker Kommissar noch sehr persönlich…
Thomas Schweres ist mit seinem ersten Krimi ein spannendes Werk gelungen, das viele Erzählstränge gekonnt zusammenführt. Nebenbei lernt der Leser etwas über den oft harten und auch verantwortungsvollen Beruf auf dem TV-Boulevard. „Viele Sachen, die ich über den Job erzähle, sind sehr real“, gibt Schweres zu. Und er erzählt grinsend, dass der Polizeisprecher, den er zitiert, sich über sein Vorkommen im Buch gefreut hat.

Das Schreiben war „wie ein Rausch.“

Gut einen Monat lang habe er in seiner Freizeit eigentlich nur geschrieben. „Das war wie ein Rausch.“ Dann hat er es an drei Verlage geschickt und im Sommer ist es erschienen – der grafit-Verlag hatte als erster zugesagt. Krimi Nummer 2 ist in Arbeit. „Mit dem zweiten habe ich aber mehr Schwierigkeiten“, gibt der Autor zu. „So ein Buch zu schreiben, ist eine Konzentrationsleistung. Es ist ein gutes Gefühl in meinem Alter nochmal etwas Anderes zu machen“, sagt der „38-Jährige, der gefangen ist im Körper eines 55-Jährigen“. Und er gehört jetzt zu den Journalisten, die das mit dem Buch wahr gemacht haben…
„Die Abtaucher“, grafit-Verlag, 9,99 €, ISBN 978-3-89425-445-2

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Sehr schöne Rezension aus der Leser-Welt (www.leser-welt.de) von Eva Hüppen.

BlogLogo.jpgSprachlich merkt man Thomas Schweres an, dass er „von hier“ ist, locker, klar formuliert und mit einer Prise Humor führt er durch die geschickt konstruierte Geschichte, die sich von vielen anderen Lokalkrimis wohltuend durch ihre Tiefe abhebt. Spannung wird kontinuierlich aufgebaut und gipfelt in einem im wahrsten Sinne explosiven Finale, das keine Wünsche offen lässt.

Fazit Ein knackiger Ruhrgebietskrimi, der alles bietet, was man so braucht: viel Lokalkolorit, ein paar schräge Typen und eine rasante Story, das alles mit trockenem Humor gewürzt. Fast volle Punktzahl!

4 5 Sterne

Die ganze Rezension gibt es hier:

http://www.leser-welt.de/index.php?option=com_content&view=article&id=8441:die-abtaucher-thomas-schweres&catid=83:krimis&Itemid=131

 

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4 Gedanken zu “Sachma!

  1. Huhu!

    Eine Rezension wird´s nicht, da ich das Buch noch nicht gelesen habe – aber ich mach jetzt so eine Art von Vor-Rezension, falls es so etwas gibt.

    Ich habe mich von der Facebook-Gruppe „Du bist Dortmunder“ neugierig weiter durchgeklickt und bin jetzt hier auf deiner Site gelandet und habe mir alles in Ruhe angeschaut.
    Bin ganz begeistert! Trailer ist wahnsinnig cool und Website passt stilistisch und sieht toll aus. Super Idee, das macht mich richtig neugierig. Beim nächsten Deutschlandbesuch werde ich mir dein Buch kaufen.

    Ich wünsche dir viel Erfolg!

    Tausend Grüße aus dem englischen Dartmoor,
    Dx

  2. Lieber Thomas,

    habe Dich gerade auf ntv gehört. Trauriger Anlass. Aber ich habe mich dennoch sehr gefreut, zumindest über Deine Stimme.
    Wo wohnst Du. Du bist auch unter die Buchautoren gegangen. Ich auch. Schreibe gerade am zweiten.
    Freu mich von Dir zu hören.
    Lieber Gruß Julia jetzt Engelbrecht-Schnür, ehemals Scheibler

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