Am Strand von Julianadorp

Am Strand von Juliandorp (Gemeinde Den Helder, Noord-Holland) ist heute nachmittag trotz Reanimationsversuchen eine 44jährige Frau verstorben, die zuvor zwei Kinder (die nicht ihre eigenen waren) aus der Nordsee gerettet hatte. Dort  gibt es nach wenigen Metern im Wasser eine tückische, für Kinder gefährliche Strömung.

An genau dieser Stelle wäre im Jahre 2000, damals war er sechs Jahre alt, mein jüngster Sohn K. ebenfalls fast ertrunken. Eine etwa 40jährige Frau hat ihn gerettet. Sie war danach sofort verschwunden, wir konnten uns nicht bei ihr bedanken. Ich war damals mit K. die ganze Nacht im örtlichen Gemini-Krankenhaus, weil die Ärzte Angst vor dem sogenannten ‘Second Drowning’ hatten: Scheinbar Gerettete sterben Stunden später, weil sich Wasser langsam in ihren Lungen anreichert und den Sauerstoffpegel senkt.

In stark abgewandelter Form findet sich diese Szene bei ‘Die Abtaucher’ wieder. Erschreckend und bedrückend, wie die Realität die Fiction einholt.

Exklusiv: Liefert Amazon bereits Bücher mit Drohnen aus?

Nach langer investigativer Recherche ist es jetzt erstmals gelungen, die Auslieferung eines Buches per Drohne zu filmen. Es handelt sich um den Krimi ‘Die Abtaucher’von Thomas Schweres, der vom Amazon-Lager Werne (Kreis Unna) aus die Autobahn A 40 entlang zurr Fernseh-Produktionsfirma ANC News in Essen geflogen wurde.
Bereits vor mehr als einem Jahr wurde bekannt, dass Amazon den Einsatz von Mini-Drohnen testet. Konzernchef Jeff Bezos sagte damals, die automatischen Flugmaschinen sollten künftig Ware schneller zum Kunden bringen. Starten könnte die ungewöhnliche Zustellung in vier bis fünf Jahren.
Wir haben schon heute einen der streng geheimen Tests heimlich gefilmt.

Bevor den Quatsch noch jemand glaubt: Danke an Rene Anhuth von ANC-NEWS für den Einsatz seiner Videodrohne.
http://www.anc-news.de/spezial.html
Das Ganze war natürlich nur ein Spaß. Wir haben mit Rene getestet, ob diese Art der Auslieferung theoretisch möglich wäre und dafür die für Filmaufnahmen normale montierte GoPro durch das Buch ersetzt. Wie man sieht, hat es funktioniert. trotzdem werden die im Netz oder auf der Seite www.Thomas-Schweres.de bestellten Bücher weiterhin auf herkömmlichem Wege geliefert…

 

Verfolgungswahn?

Dear sirs from the NSA!
I’m very grateful that you like my book. But it ist a work of fiction an not a spy-report. You don’t have to take it for real. Therefore, please send away the blond guy with the sunglasses and the little fat man, both folllowing me since yesterday. If you are seriously interested in ‘Die Abtaucher’, please order it at amazon. If you don’t understand it in german, please bring me in contact to an american publishing house. For a small six-digit sum they can buy the international rights, translate and publish the book in the US. Then you can order your own copy in english and read. Reading helps, mostly.

Yours sincerely

Thomas Schweres

Aus dem Polizeibericht

POL-BO: Einbruchsversuche im Ruhrgebiet
21.07.2014 – 11:51 Uhr, Polizei Bochum
Bochum (ots) – Lfd. Nr.: 0815
Heute Morgen zwischen 08:00 und 10:00 Uhr bemerkten Mitarbeiter von verschiedenen Buchhandlungen im Ruhrgebiet Beschädigungen an Türen und Fenstern. Es handelte sich offensichtlich um 22 versuchte und vier vollendete Einbrüche in Bochum, Dortmund, Essen, Gelsenkirchen, Hattingen, Herne und Lüdenscheid. Insgesamt wurden 46 Bücher gestohlen. Wie bei vielen Einbrüchen übersteigt der Gebäudeschaden mit rund 30.000 Euro bei weitem den Wert der Beute, der auf ca. 460 Euro geschätzt wird. Das KK 14 des Polizeipräsidiums Bochum, dem der erste Tatort gemeldet wurde, hat die Ermittlungen federführend übernommen.
In einem Fall konnte dort eine Täterin vom Inhaber einer Buchhandlung und seiner Mitarbeiterin auf frischer Tat ertappt und festgehalten werden. In einer mitgeführten Leinentasche trug sie sechs Exemplare des Buches ‚Die Abtaucher’ mit sich, die sie offensichtlich aus einem Karton im Lager des Buchladens entwendet hatte.
Nach ihrem Motiv befragt, gab die junge Frau zu Protokoll: „Es gibt seit Wochen einen Riesen-Hype um dieses Buch. Ich hatte Angst, dass es sofort ausverkauft ist, wenn es ab Dienstag offiziell im Handel ist.“
Weitere Befragungen der Beamten des KK 14 in der Leser-Szene ergaben, dass auch die anderen Einbrüche bzw. Einbruchsversuche aus ähnlichen Motiven begangen worden sein dürften.
Nach Rücksprache mit dem Grafit Verlag in Dortmund kann die Polizei Bochum die Bevölkerung im Ruhrgebiet beruhigen: Ab Morgen, Dienstag 22.07.2014, stehen im Buchhandel und bei den einschlägigen Portalen im Internet genügend Exemplare dieses Kriminalromans bereit. Im Zweifelsfall können sie nach Aussagen der Verlegerin Ulrike Rodi auch schnellstens nachgedruckt werden. Es herrscht also kein Grund zur Panik!
Die Spurenauswertungen und die Ermittlungen dauern an.
Die Polizei fragt: Wem sind am Wochenende ungewöhnliche Aktivitäten im Umfeld von Buchhandlungen aufgefallen? Wem ist schon jetzt das Buch ‚Die Abtaucher’ angeboten worden, das offiziell erst ab morgen im Handel ist?Hauseinbruch

Im Keller abtauchen

So ein Sonntag, an dem der WM-Dreh erst am späten Nachmittag beginnt, ist ja eigentlich verschenkt. Man kann nichts Gescheites tun, wartet darauf, dass es endlich losgeht. Vielleicht am nächsten Buch weiterschreiben? Gute Idee. Leider war ich mittags zufällig im Keller und habe die Überschwemmung vom gestrigen Starkregen gesehen. Gar nicht mal so viel, vielleicht drei Zentimeter hoch. Dafür flächendeckend. Habe Schüppe und Balzack gefragt, ob sie mir helfen. Aber wie diese fiktionalen Kreaturen so sind: Wenn’s konkret wird, tauchen sie ab. Der eine hatte Knie, der andere musste sich um Charley kümmern. Also habe ich drei Wassereimer voll mit dem Aufnehmer beseitigt. Allein. Und mir dabei überlegt, wie ich diese beiden Vögel im nächsten Band für ihre unterlassene Hilfeleistung bestrafe.

wasser im keller

 

Ausgeliefert

Heute nachmittag im Grafit Verlag:

 

Verlegerin Ulrike Rodi (links) und Lektorin Gudrun Stegemann (rechts) mit dem Autor und den ersten Exemplaren von Die Abtaucher.

 

 

 

Auslieferung2

 

Für mich ein Riesenstapel, die Grafitis lachen darüber: Auf der Palette liegt mitten im Verlag nur ein Bruchteil der Auflage. Der “Rest” wird gerade an den Buchhandel ausgeliefert.

 

Der Bursche im Hintergrund guckt irgendwie unwirsch, zeigt auf den Ausgang. Genau, die  Bücher müssen jetzt raus in die Welt, an die Frau und den Mann gebracht werden. Der Autor im Wechselbad der Gefühle: Wie werden die Leser sein Baby an- und aufnehmen? Und auch, ja, stolz. Aber nur etwas. Ungefähr so, als ob er am Vortag 7:1 gegen Brasielien gewonnen und selbst 4 Tore geschossen hätte.

Was heute vor 35 Jahren geschah

Es war um diese Stunde, morgens um 8 Uhr. Ein lauter Böllerschuss, dessen dumpfes Echo sich vom Coral mit den nervös trampelnden Stieren aus durch die enge Gasse um die Kurver bergan fortpflanzte. Dorthin, wo wir bereits warteten. Basken aus der Umgebung und  (damals noch verhältnismäßig wenige) junge Männer aus Nordeuropa standen in den ersten Reihen.

Nicht die weißen Shirts und die roten Halstücher unterschieden uns von Hunderten, die hinter uns standen. Wir rannten lediglich in eine andere Richtung – die Straße hinab, auf die Toros zu, die zeitgleich mit dem Knall aus ihrem Coral losgeschickt worden waren. Erst kurz vor der Kurve begegneten wir uns, hatten noch etwa zwanzig Meter Abstand voneinander.

Diejenigen, die dann noch weiterrannten, auf die Tiere zu, deren Köpfe in Panik und Aggression hin und herpendelten, Opfer für ihre Hörner suchten, waren die mit den Cojones. Noch fünfzehn Schritte, noch zehn, noch sieben.

Wer sich erst umdrehte, als er mindestens ein Horn berührt hatte, vor den Toros her die Straße wieder raufrannte, ihren fauligen Atem im Nacken, ihr wütendes Schnauben im Ohr, vor sich eine Wand aus Menschen, die schon früher umgedreht hatten, der hatte die dicksten Cojones.

Ich war damals, am 7. Juli 1979, zum ersten Mal dabei. Wie ich mich zu verhalten hatte, wusste ich trotzdem. Theoretisch: Das jahrhunderte alte Ritual zu Ehren von San Firmin, dem Schutzpatron von Pamplona, hatte sich schließlich nie geändert, seitem ‘Papa’ es 1925 in seinem Buch Fiesta (The sun also rises im Original) beschrieben hatte.

Wie ich mich dann in der Praxis, unter Todesangst, bei diesem Encierro geschlagen habe – urteilt selbst. Ich bin der, auf den der rote Pfeil zeigt. In der Jugend macht man halt eine Menge Blödsinn.

Thomas Pamplona