'Die Abräumer' gelesen, dabei gewesen.

indexEin Mitarbeiter der ‚Sparbank‘ mit Hauptsitz in Essen kündigt seinen Kunden die Hypotheken-Kredite und  lässt die Immobilien zwangsversteigern. Diese Häuser schanzt er dann einem guten Bekannten zu, einem (in diesem Fall ehemaligen) Ratsmitglied, das sie weit unter Wert aus der Zwangsversteigerung herauskauft. Wie das funktioniert, wird in einer Szene in Kapitel 42 (ab S. 165) beschrieben.

Einige Rezensenten hielten diesen Handlungsstrang in meinem Kriminalroman ‚Die Abräumer‘, erschienen im März 2015, für zu konstruiert und klischeehaft.

Wie die lokale Presse in diesen Tagen schreibt, soll ein hochrangiges Mitglied der Essener SPD, Ratsherr Arndt G.,  mit Hilfe eines guten Bekannten  bei der Sparkasse Essen zwei Bürogebäude weit unter Wert  aus der Zwangsversteigerung  heraus gekauft habenl, für 1,25 Millionen Euro. Klingt viel, ist es aber nicht, wenn man die Gebäude etwas umbaut und sie an die Stadt Essen als Flüchtlingsheime vermietet. Langfristig, für 600.000 Euro pro Jahr.  Der Sparkassen-Mitarbeiter ist jetzt angeblich stiller Teilhaber der Firma, die Arndt G. für die Immobilien gegründet hat.

Kommt euch als Leser von ‘Die Abräumer’ bekannt vor? Und jetzt wieder mein Standardsatz:  Ich denk mir doch nix aus.

Notlandung auf der A 2

Screen2Die Ideen für meine Bücher schöpfe ich zu einem Großteil aus den Erlebnissen in meinem Hauptberuf als Reporter. Den Job übe ich jetzt  seit dreißig Jahren aus, da habe ich schon alles erlebt. Dachte ich immer, bis heute. Da hat mich nämlich auf der Autobahn fast ein Flugzeug gestreift.

Mein Kameramann Niko und ich hatten in Bielefeld gedreht. Das Wetter war richtig schlecht den ganzen Tag über, immer wieder Regen, Wolkenbrüche bei schwülwarmen Temperaturen. Jetzt, auf dem Heimweg nach Essen, ist es auf der A2 gerade mal trocken, aber stürmisch. Ich halte den Blick immer auch nach rechts gerichtet, auf die LKW. Besonders die mit Planen sind sehr windanfällig. Plötzlich kommt von vorn etwas auf uns zu. Etwa 300 Meter.  Ein Geisterfahrer? Nein, es ist in der Luft. Was ist das denn? Kann doch nicht sein. Ein Flugzeug, eindeutig. Mitten über der Autobahn. Verdammt niedrig. Wie weit entfernt? Vielleicht noch 200 Meter. Sinkend. Verdammt, was ist das? Nein, kein Jumbo, kein Airbus, nur ein kleiner Privatflieger. Trotzdem. Niko kramt hektisch nach seinem Handy. Ich bremse ab. Das Ding kommt näher, es trudelt, fliegt aber direkt auf uns zu. Ich steuere  das Auto nach rechts, habe Angst, dass der Flieger uns rammt.  Als er über uns hinwegfliegt, ziehen wir unwillkürlich den Kopf ein. Wir halten auf dem Standstreifen an, wie die anderen Autos auch. Wir springen raus, das Ding ist hinter einer Kurve verschwunden. Ich bin mir sicher: Das geht nicht gut. Um 15:16 Uhr wähle ich den Notruf der Polizei. Die Beamten halten mich offensichtlich für bescheuert (“Guten Tag, mir ist auf der A2 gerade ein Flugzeug entgenegekommen”), zumal ich der erste Anrufer zu sein scheine – all die anderen vor uns, die das gleiche erlebt haben, hielten es wohl nicht für nötig, die Behörden zu informieren. Wir fahren weiter, nächste Abfahrt, Gegenfahrbahn wieder auf, nach etwa einem Kilometer steht sie da, auf der Autobahn, neben einem LKW. Noch keine Polizei, keine RettungswaScreen1gen. Als wir die Unfallstelle erreicht haben, sind seit der ersten Begegnung gerade fünf Minuten vergangen. Der Pilot sitzt auf der zerstörten Maschine und telefoniert, zwei LKW Fahrer stehen daneben. Offensichtlich keine Toten, keine Verkletzten. Der Flugzeugführer scheint ganz tiefenentspannt und möchte nicht gedreht werden. Das muss er sich wohl gefallen lassen, wenn er im Tiefflug über die Autobahn fliegt, Menschen gefährdet  und dann noch abstürzt, halte ich ihm vor. Das sei kein Absturz gewesen, sondern eine kontrollierte Notlandung. Wenn der Motor ausfiele, käme das schon mal vor. Ach so.